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Bye bye, Lübben City

(01.10.2018)
Produktinformationen "Bye bye, Lübben City"
  • Schwarzkopf & Schwarzkopf
  • 978-3-86265-708-7
  • 01.10.2018
  • Taschenbuch
  • 750 Seiten
  • 125 x 45 x 190 (B/T/H)
  • 684
  • deutsch
  • 7 %
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  • Taschenbuch
  • Taschenbuch
Der Blues-Klassiker – endlich wieder lieferbar! Sie nennen sich Kunden, Tramper oder Blueser, tragen lange Haare und Bärte, Jesuslatschen, Jeans und Shell-Parkas. An den Wochenenden sind sie permanent auf Achse. Sie feiern in abgeschiedenen Dorfsälen den Ausstieg aus der DDR, okkupieren den Karneval im thüringischen Wasungen und reichen während der Ostberliner Bluesmessen die Rotweinflasche durch die Bank. Zu Ostern pilgern sie nach Prag, im Sommer ans Schwarze Meer und im Herbst nach Krakau. Mehr als vierzig Essays zeichnen das Bild einer unruhevollen Jugend. Namhafte Publizisten, Musiker und Szeneoriginale berichten aus unterschiedlichen Perspektiven über historische Entwicklungslinien, einschneidende Ereignisse und den Stoff, aus dem Träume sind. Mit Beiträgen von Christoph Dieckmann, Olaf Leitner, Jürgen Balitzki, Christian »Kuno« Kunert, Theo Lehmann, Ruth Leiserowitz, Tilo Köhler, Leander Haußmann, Fritz Rau, Kay Lutter und vielen anderen. DAS BUCH Lübben hat genauso wenig eine City wie Hintertupfingen und Kleinkleckersdorf. Es ist ein verschlafenes Nest im Brandenburgischen, fernab vom Schuss – ein Ort, wo der Blues lauert. »Bye bye, Lübben City«, die Hymne der ostdeutschen Langhaarigen-Szene, erklärt diese Stadt zum Synonym für den grauen, tristen Alltag in der DDR. Wer nicht den schleichenden Tod vor der Glotze sterben will, geht auf die Piste und hält den Daumen in den Wind. Das haben seit den Sechzigern unzählige Jeans- und Parka-Träger getan, so, wie es die Berliner Band Monokel in ihrem Song beschreibt: Fünf lange Tage fordern Schule oder Arbeit Tribut, doch am Freitagabend wird Gas gegeben. Und zwar richtig! Montag reiht man sich mit schwerem Schädel, aber voller Batterie wieder in die Tretmühle ein. Lübben hat genauso wenig eine City wie Hintertupfingen und Kleinkleckersdorf. Es ist ein verschlafenes Nest im Brandenburgischen, fernab vom Schuss – ein Ort, wo der Blues lauert. »Bye bye, Lübben City«, die Hymne der ostdeutschen Langhaarigen-Szene, erklärt diese Stadt zum Synonym für den grauen, tristen Alltag in der DDR. Wer nicht den schleichenden Tod vor der Glotze sterben will, geht auf die Piste und hält den Daumen in den Wind. Das haben seit den Sechzigern unzählige Jeans- und Parka-Träger getan, so, wie es die Berliner Band Monokel in ihrem Song beschreibt: Fünf lange Tage fordern Schule oder Arbeit Tribut, doch am Freitagabend wird Gas gegeben. Und zwar richtig! Montag reiht man sich mit schwerem Schädel, aber voller Batterie wieder in die Tretmühle ein. Sie nennen sich »Kunden« oder »Blueser«, tragen Jesuslatschen, Fleischerhemden und den obligatorischen Shelli. An den Wochenenden sind sie ständig auf Achse. Ausgedehnte Tramptouren führen sie kreuz und quer durch den Osten. Sie feiern in abgeschiedenen Dorfsälen ihre Happenings mit Love & Peace & Suff, okkupieren den Weimarer Zwiebelmarkt oder das Schmöllner Pfefferbergfest. Zu Ostern pilgern sie nach Prag, im Sommer ans Schwarze Meer und im Herbst nach Krakau. Ihr Leitbild bleiben bis in die achtziger Jahre die Ideale der Hippie-Bewegung, der Geist von Woodstock. Musik ist der Motor. Sie lieben das »Handgemachte«, »Authentische«: Folk, Southern Rock, vor allem aber siedend heißen, elektrischen Blues. Die Rolling Stones, Doors und ZZ Top sind ihre Helden, Jimi Hendrix, John Mayall und Bob Dylan ihre Götter. DER INHALT Vierzig Beiträge zeichnen das Bild einer »unruhevollen Jugend« in der DDR. Namhafte Publizisten, Musiker, Alltagsforscher und Szene-Aktivisten berichten aus unterschiedlichen Perspektiven über historische Entwicklungslinien, einschneidende Ereignisse und den Stoff, aus dem Träume gemacht sind. Dazu gehören bislang unbekannte Details über das Tramper-Mekka Thüringen, die Geschichte der Ostberliner Bluesmessen und deutsch-deutsche Brückenschläge. Wie war die Szene organisiert, wo lagen ihre Zentren, welche Rolle spielten Frauen in dieser Männerdomäne? Was waren typische Rituale, wie hat der Staat auf das Aussteiger-Phänomen reagiert, welchen Platz besaß der Blues in den Medien? Die Fragen werden mit präzisem Blick, aber immer auch kurzweilig beantwortet. Verblüffende Geschichten relativieren das Klischee der »geschlossenen Gesellschaft«. Da wird eine abenteuerliche Odyssee per Anhalter bis in die ferne Mongolei geschildert oder das anarchische Treiben des Wasunger Karnevals. Im Mittelpunkt des Buches stehen die Bands und Frontmänner, die wie Fixsterne den musikalischen Underground der DDR beleuchteten. Engerling, Monokel, Jürgen Kerth, Hansi Biebl, Stefan Diestelmann, die frühe Renft-Combo, Freygang und Keimzeit werden mit umfangreichen Porträts gewürdigt. Steckbriefe stellen rund vierzig weitere Kapellen vor, von Jonathan bis Zenit. »Bye bye, Lübben City« ist ein Nachschlagewerk und vortrefflich illustriertes Erinnerungsbuch: deftig, bunt und ehrlich. Wie die Szene selbst.

Rezensionen „Bye bye, Lübben City"

»Kletterschuhe, Jeans und Parka: Die DDR-eigene Subkultur der Blueser ist wieder entdeckt worden.« Die Welt »Woodstock war überall, auch in Thüringen. Ein neues Buch, ›Bye, bye, Lübben City – Bluesfreaks, Tramps und Hippies in der DDR‹ setzt der Szene nun, ganz unostalgisch, ein spätes Denkmal.« TAZ »Den beiden Herausgebern Michael Rauhut und Thomas Kochan ist das Kunststück gelungen, den 450-Seiten-Wälzer an jeder Stelle hochgradig lesbar zu halten, obwohl oft mit wissenschaftlicher Akribie recherchiert wurde. Wer daran interessiert ist, sich auch später nicht von dieser oder jener politisch verbrämten Zweck-Perspektive auf die DDR vereinnahmen zu lassen, der sollte dieses Buch in seinem Schrank haben.« Ostsee-Anzeiger »Vierzig Texte geben Erfahrungsberichte und Erinnerungen wieder und sind gleichzeitig eine vorläufige Bestandsaufnahme von einer Jugend, die einfach nur Spaß haben wollte und sich dabei immer konträr zum Staat bewegte. Bestechend die Vielfalt dieses lebendigen, zupackenden Lesebuches – eine Einladung zum Nachschlagen, im Rhythmus des Blues, ›handgemacht‹, mit eigenem Sound.« Ostthüringer Zeitung »Auch die Außenseiter der DDR, also Hippies und artverwandte Langhaarige, feiern ein Comeback im Lesebuch von Michael Rauhut und Thomas Kochan. Früher war zwar nicht alles besser, dafür authentischer.« Schweizer Illustrierte »Mehr als vierzig Essays ergeben das Selbstporträt einer Szene, die vor allem eins war: deftig, bunt und ehrlich.« F.F. Dabei »Hat man das Werk aber einmal angefangen zu lesen will man es gar nicht mehr aus der Hand legen. Dieses Buch sollte zur Pflichtlektüre für alle Musikliebhaber gemacht werden. Als Leser ist es völlig egal in welchem Teil der Republik man lebt, ob jung oder alt und aus welcher sozialen Schicht man stammt – lesen und eintauchen in ein Stück deutscher Zeitgeschichte. Zudem ist dieses Werk auch in geschichtlicher Hinsicht besonders wertvoll und sollte Gegenstand eines jeden Musikunterrichts dieser Republik werden. Ein Buch, welches ganz, ganz tief im Herzen berührt!« SoundBase Online Magazin »Ostalgie ist hier nicht angesagt: Erinnerungen an die alternative Blues- und Rock-Szene in der DDR.« Märkische Allgemeine »›Bye, bye, Lübben City‹ ist ein vortrefflich illustriertes Erinnerungsbuch: deftig, bunt und ehrlich. Wie die Szene selbst. Für alle, die den Blues hatten oder haben, Jeans- und Parka-Fetischisten, Langhaarige, ehrliche Häute, Ostalgie-Show-Hasser, Karo-Raucher, U-Fleku-Veteranen, und Wasungen-Wiederholungtäter.« General-Anzeiger »Nach der Lektüre wird keiner mehr so schnell eine dieser dämlichen Ostalgie-Shows mit der ewig grinsenden K. Witt sehen wollen, denn die Realität vieler Menschen gestaltete sich völlig anders.« Eclipsed »In Ostalgieshows und Boulevardpresse wird die DDR-Jugendkultur der 60er bis 80er Jahre meist völlig absurd zwischen Blauhemdenzwang und Subbotnik dargestellt. Dass das Spektrum um vieles breiter und oft ganz anders war, zeigt diese Anthologie in beeindruckender Weise. Ein wichtiges, unterhaltsames (Geschichts-)Buch der anderen Art, über eine Zeit und eine Generation, über die im Westen meist nur vage Vorstellungen bestehen.« Folker! »Die erweiterte Neuausgabe leuchtet in 40 Essays von so bekannten Autoren oder Musikern wie Christoph Dieckmann, Jürgen Balitzki, Rainer Eppelmann, Fritz Rau oder Christian ›Kuno‹ Kunert eine Szene aus, die bis in die 80er-Jahre hinein die lebendigste Jugendkultur in diesem Land repräsentierte. Bandgeschichten und Szeneanekdoten liefern zusätzliche Innenansichten, die selbst eingefleischte ›Kunden‹ von einst heute noch überraschen können.« Lausitzer Rundschau »Vierzig Essays zeichnen das Bild einer unruhevollen Jugend. Namhafte Publizisten, Musiker und Szeneoriginale berichten aus unterschiedlichen Perspektiven über historische Entwicklungslinien, einscheidende Ereignis und den Stoff, aus dem die Träume sind.« Mehr!


Biografie

Michael Rauhut, 1963 in Altdöbern geboren, ist Professor für populäre Musik an der University of Agder in Kristiansand/Norwegen. Er hat zahlreiche Publikationen zur Rock- und Bluesgeschichte vorgelegt, darunter »Beat in der Grauzone« (1993), »Rock in der DDR« (2002) und »Ich hab den Blues schon etwas länger«.
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