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Produktinformationen "Das Reich Gottes"
  • Matthes & Seitz Berlin
  • Carrère, Emmanuel
  • Hamm, Claudia
  • 978-3-95757-226-4
  • 29.02.2016
  • Hardcover
  • 524 Seiten
  • 150 x 220 (B/H)
  • 790
  • deutsch
  • Le Royaume
  • fre
  • 5. Auflage
  • 7 %
  • Auseinandersetzen
  • Buch gebunden
  • Hardcover

Welches Verhältnis unterhält das Abendland zu seiner eigenen Religion? Emmanuel Carrère stellt sich die Gretchenfrage. Er vertieft sich in die Anfänge des Christentums fragt nach der Kraft, mit der es gelingt, an Dinge zu glauben, gegen die der Verstand rebelliert, und eine revolutionäre Ethik zu vertreten, die den Schwachen zum Starken erklärt. Mal ironisch, mal mit dringlichem Ernst zeichnet Carrère das Fresko einer antiken Welt, die in vielen Zügen unserer heutigen ähnelt. Zwei Lebenskrisen stellen Emmanuel Carrère vor die Frage, wie Menschen an Dinge glauben können, die dem Verstand entgegenstehen. Er begibt sich auf die Fährte des Revolutionärs Paulus und des Intellektuellen Lukas, zwei prägenden Gestalten des Christentums. Carrère zeichnet das Bild einer Welt, die vom Pragmatismus des Römischen Reiches beherrscht ist und doch durchdrungen vom Wunsch nach tieferem Sinn und Gemeinschaft. Immer wieder zieht er Parallelen zum 21. Jahrhundert, gleicht damalige (Un-)Glaubenspraxis mit heutiger ab und füllt sein historisches Gerüst mit einem Nachdenken darüber, worin uns das Christentum mit seiner ungeheuren Umwertung der Werte (die Letzten werden die Ersten sein, Geben ist seliger denn Nehmen.) noch heute berühren kann, ob wir gläubig sind, oder nicht. Emmanuel Carrère verfolgt einen literarischen Weg, der sich über gängige Genredefinitionen hinwegsetzt. Mit seinen so dokumentarischen wie fiktionalen Texten gewinnt er eine zutiefst menschliche Perspektive auf seine Protagonisten und ihre Welt, verwebt seine eigene Lebensgeschichte mit der historischen Darstellung und konfrontiert den Leser mit den unendlichen Facetten des Glaubens und Nichtglaubens. Ob ablehnend oder bejahend: An den Fragen nach den christlichen Werten, die dieser Roman auf wirft, kommt heute niemand vorbei.

Rezensionen „Das Reich Gottes"

»Man wird belohnt mit einem rasanten und lehrreichen Buch über das Christentum, die Bibelschreibung und den Glauben - und das ist ja eigentlich ein kleines Wunder.« - David Pfeifer, Süddeutsche Zeitung
SZ - Süddeutsche Zeitung Magazin (David Pfeifer)

»Bei Carrère atmen, essen, gestikulieren Paulus und Lukas und reisen rastlos wie moderne Rucksacktouristen durch das römische Reich.« - Christina Lenz, Frankfurter Rundschau
Frankfurter Rundschau (Christina Lenz)

»Die christliche Religion fasziniert ihn derart, dass [Carrère] beschließt, sich zu deren Ursprüngen zurückzubegeben. Das haben vor ihm schon viele getan. Aber niemand so radikal in der Ich-Perspektive und in der Dreieinigkeit von Romanautor, Historiker und Ermittler. Für seine Inspektion nimmt sich der Drehbuchautor mit dem untrüglichen Instinkt für Storys zwei Biografien vor: jene von Paulus, der von vielen als der eigentliche Erfinder des Christentums begriffen wird, und jene von Lukas, dem Reporter der ›frohen Botschaft‹. Carrère vergleicht Paulus mit Trotzki und dem Science-Fiction-Autor Philip K. Dick, die frühen Christen mit heutigen Yoga-Adepten, die sich auf Sinnsuche in den Himalaja aufmachen. Die Figur Jesu, ›des subversivsten Menschen, der je auf Erden gelebt hat‹, bleibt dabei radikal unterbelichtet. Ein gelehrtes, informatives, kühnes und erhellendes Unternehmen, das versucht zu verstehen, wie das Neue Testament – allen voran von Lukas und Paulus – im wahrsten Sinne des Wortes geschrieben wurde.« - Kirstin Breitenfellner, FALTER, 08.06.2016
Falter (Kirstin Breitenfellner)

»Auf eine selten spannende Weise vergleicht Carrère die Entstehung der abendländischen Werte aus apostolischem Geist mit der aktuellen Wertediskussion und lässt dabei kaum ein kritisches Thema aus: Terror, Korruption, Depressionen, Pornographie, alles hat eine Vorgeschichte. Und ist auch dieses polyhistorische Prisma manchmal etwas zu groß und mögen Bibelforscher hier und da Einwände geltend machen: Carrères Buch ist frei von missionarischem Eifer, skeptisch im Ton, dennoch froh in der Botschaft. Die Gründerfiguren des Christentums haben uns nach wie vor viel zu sagen. Emmanuel Carrère gibt ihnen eine Sprache. Sehr lohnende Lektüre, allen Beständen empfohlen.« - Michael Braun, Buchprofile/Medienprofile, Juni 2016
Buchprofile/Medienprofile (Michael Braun)

»Phantasievoll haucht Carrère seinem Paulus, Lukas und den zahllosen Nebenfiguren plastisches Leben ein, bis hin zu dem verführerischen, aber trügerischen Eindruck der schlüssigen Rekonstruktion: So könnte es gewesen sein. Entwaffnend ist dabei die exhibitionistische Offenheit, mit der Carrère noch die feinsten Verästelungen des Fühlens und Denkens seines dritten ›Helden‹ [Lukas], sich selbst, darstellt, wobei er sich mitunter ein wenig im Ton vergreift oder dem Leser allzu intime Dinge mitteilt. Dieses Hinabtauchen ist allerdings notwendig, um die komplizierten Wege zu zeigen, auf denen der Glaube und die Szenen, Bilder, Sätze des Neuen Testaments in der Seele eines Menschen zu wirken beginnen. Auch nach 500 Seiten hat Emmanuel Carrère sein Thema nicht erschöpft, und er lädt den Leser zu weiteren Umkreisungen auf eigene Faust und eigene Gefahr ein.« - Martin Lichtmesz, Sezession, Juni 2016
Sezession (Martin Lichtmesz)

»Und so ist sein Werk auch eine lang gesponnene Erzählung, in der tatsächlich Nachvollziehbares geboten wird. Ein so 'fiktiver' wie 'möglicher' Bericht, der auf den Leser wie eine kostbare Gemäldegalerie wirkt, deren Bilder von all dem träumen, was die Bibelwissenschaftler aussparen müssen, weil ihnen die Quellen fehlen. Carrère muss sich um Belegbares nicht kümmern. Er vertieft sich in die Schriften des Lukas und in die Paulusbriefe, punktet gleichzeitig mit schriftstellerischer Phantasie und Eleganz.« - Christian Heidrich, Christ in der Gegenwart, Mai 2016.
Christ in der Gegenwart (Christian Heidrich)

»Emmanuel Carrère formuliert zwar kein politisches Programm, ist aber „durchdrungen vom Wunsch nach tieferem Sinn und Gemeinschaft“. Die paulinische Dialektik der Weisheit scheint neue Möglichkeiten zu schaffen, den Glauben mit der Philosophie im Gespräch zu halten und damit auch die Gegenwartsliteratur aufregender zugestalten.« Willi Jasper, Der Tagesspiegel, April 2016
Der Tagesspiegel (Willi Jasper)

»Ein großes Buch. Und es kommt zur rechten Zeit, weil das Thema - Glaube und Religion - vergiftet ist mit Gewalt und Fanatismus. [...] Es ist ein historischer Wälzer mit dem Sound einer lässigen Reportage, aber niemals kokett oder eitel.« - Daniel Haas, ZEIT LITERATUR, März 2016
DIE ZEIT Literatur (Daniel Haas)

»Carrère lockt seine Leser in die ferne Zeit und Gesinnungswelt des ersten Jahrhunderts, indem er mit seiner eigenen metaphysischen Sehnsucht und spirituellen Suche beginnt.« - Alex Rühl, SZ, Marz 2016
SZ - Süddeutsche Zeitung (Alex Rühle)

»Wer gar nichts weiß vom Christentum, der hat mit "Das Reich Gottes" eine ideale Einführung in den Kern einer Weltreligion. Den Gläubigen sät es jede Menge Zweifel, Nichtgläubige mögen sich nach der Lektüre etwas weniger gewiss sein. […] Es ist ein Buch, das den Leser in ein Gespräch verwickelt, in ein kompliziertes, tiefsinniges, tage-, wochen-, vielleicht lebenslanges Gespräch.« - Richard Kämmerlings, Die WELT online, März 2016
Die WELT online (Richard Kämmerlings)

»Carrère verwickelt den Leser in ein Gespräch. [...] Wer gar nichts weiß vom Christentum, der hat mit diesem Buch eine ideale Einführung in den Kern einer Weltreligion. Den Gläubigen sät es Zweifel und Nichtgläubige mögen sich nach der Lektüre etwas weniger gewiss sein.« - Richard Kämmerlings, Die Literarische Welt, März 2016
Die Literarische Welt (Richard Kämmerlings)

»Ein großer narrativer Sog, der dieses Buch wie atemlos antreibt« - Georg Diez, Literatur Spiegel, März 2016
SPIEGEL (Georg Diez)

»Ein unglaublicher Streifzug durch das Neue Testament, der einen gefangen nimmt, fasziniert, Lust macht selbst zu lesen. Leser entdecken neue Blickwinkel auf Texte, Briefe und die Evangelien. Das Wichtigste aber ist das Geheimnis des Evangeliums. Anfangs will man ein guter Mensch sein. Aber je mehr man den Menschen nahe kommt, entdeckt man seine eigene Bedürftigkeit und dann beginnt man menschlicher zu werden. Empfohlen überall da, wo Menschen sich mit ihrem Glauben, ihren Zweifeln und der Bibel intensiv auseinandersetzen wollen.« - Dirk Purz, Der evangelische Buchberater, Februar 2016
Der evangelische Buchberater (Dirk Purz)

Biografie – Carrère, Emmanuel

C
Carrère, Emmanuel

Emmanuel Carrère, 1957 in Paris geboren, lebt als Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmregisseur in Paris. Seine genresprengende Prosa wird in über 20 Sprachen übersetzt und wurde vielfach international ausgezeichnet, z.B. mit dem Prix Renaudot 2011, dem Europäischen Literaturpreis 2013, dem Premio FIL 2017 oder dem Prinzessin-von-Asturien-Preis 2021. Bei Matthes & Seitz Berlin erschienen die Dokumentarromane Der Widersacher, Alles ist wahr, Ein russischer Roman, Limonow und Das Reich Gottes sowie mehrere Essays.

 

Claudia Hamm, geboren 1969, ist Regisseurin, Autorin von Theatertexten und Essays und Literaturübersetzerin, v.a. von Emmanuel Carrère, aber auch Mathias Énard, Édouard Levé, Nathalie Quintane, Ivan Jablonka, Joseph Ponthus, Joseph Andras. Für ihre Übersetzung von Carrères Das Reich Gottes wurde sie für den Übersetzerpreis der Leipziger Buchmesse nominiert und erhielt den Übersetzerpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft 2016.

 

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