Irgendwo in diesem Dunkel
14,00 €
Autor: Wodin, Natascha
ISBN: 978-3-499-27449-7
Veröffentlichung: 28.01.2020
Eine bewegende Geschichte über eine Kindheit in der Nachkriegszeit, geprägt von Entwurzelung, Gewalt und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit.
In Irgendwo in diesem Dunkel erzählt Natascha Wodin die erschütternde Geschichte einer jungen Frau, die abseits eines deutschen Städtchens beim Vater lebt, umgeben von Verschleppten und Entwurzelten. Die Erzählerin sehnt sich danach, zu den Deutschen zu gehören und ihrer russischen Herkunft zu entkommen. Doch der gefürchtete Vater sperrt sie ein. In einem Taftkleid der Mutter flieht sie in die Schutzlosigkeit der Straße.
Irgendwo in diesem Dunkel, hinter all dem Schweigen, sucht sie den Schlüssel zum Verstehen. Natascha Wodin zeichnet in klarer, sachlicher und zugleich von Emotion und Poesie getragener Sprache das Bild einer ungeheuerlichen Geschichte der Ort- und Obdachlosigkeiten. Ein eindringlicher Roman über das Außenseiterdasein, die Folgen von Krieg und Vertreibung und den Kampf um Integration und Identität in den Sechziger Jahren.
Biographie - Wodin, Natascha
Natascha Wodin, 1945 als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter in Fürth/Bayern geboren, wuchs erst in deutschen DP-Lagern, dann, nach dem frühen Tod der Mutter, in einem katholischen Mädchenheim auf. Auf ihren 1983 erschienenen ersten Roman Die gläserne Stadt folgten zahlreiche weitere Veröffentlichungen, darunter die Romane Nachtgeschwister und Irgendwo in diesem Dunkel. Ihr Werk wurde unter anderem mit dem Hermann-Hesse-Preis, dem Brüder-Grimm-Preis und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet, für Sie kam aus Mariupol wurden ihr der Alfred-Döblin-Preis, der Preis der Leipziger Buchmesse und der Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil 2019 verliehen. 2022 wurde sie mit dem Joseph-Breitbach-Preis für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet. Natascha Wodin lebt in Berlin und Mecklenburg.
Rezensionen "Irgendwo in diesem Dunkel"
"Irgendwo in diesem Dunkel" findet Wodin das gedemütigte Kind und sie zeigt, wie mühsam es sich emanzipierte. Das hat eine immense Wirkung, weil der Abstand zwischen der Kindheit und dem Erwachsenenleben der Autorin riesig ist. (...) Hier zeigt sich ihre Kunst.Frankfurter Rundschau (Cornelia Geißler)
Um mehr von ihrem Vater zu erfahren, muss Wodin von sich erzählen, erste Person Singular. Das gelingt berührend. (...) Mit bedrückender Lakonik erzählt sie von der scheinheilen Kittelschürzen-Welt der Nachkriegsjahre.
Die Zeit (Marcus Clauer)
Das alles, samt der unglaublichen Geschichte ihrer Jugendjahre, erzählt Natascha Wodin in dieser klaren, undramatischen und unlarmoyanten Sprache, die schon in „Sie kam aus Mariupol“ in heftigem Kontrast zu den Erzählinhalten stand.
taz (Katharina Granzin)
Mit dem Doppel der autobiografischen Bücher über ihre Eltern hat Natascha Wodin sich einen Platz in der vordersten Linie der deutschen Literatur erobert.
der Freitag (Uwe Schütte)
Die Balance zwischen persönlichem und sachlichem Ton gelingt Natascha Wodin grandios. (…) Der Roman kommt ganz ohne Metaphern aus, das Geschehen wird sparsam, aber äußerst wirkungsvoll geschildert. Gerade diese Strenge reißt den Leser mit.
Der Tagesspiegel (Nicole Henneberg)
Ein Buch, das die Schrecken und das Grauen des 20. Jahrhunderts in unsere Gegenwart transportiert – eine sehr beeindruckende Lektüre.
ARD "Druckfrisch" (Denis Scheck)
Wodin ist eine Meisterin des genauen Hinschauens (…) 'Irgendwo in diesem Dunkel' kommt mit ungeheurer Wucht daher und zieht den Leser in einen Sog, aus dem er erst nach der letzten Seite wieder auftaucht.
MDR (Susanne von Schenck)
Beeindruckend, wie souverän die Autorin auf Pathos verzichtet, wie kühl und doch packend sie von ihren harten Teenagerjahren erzählt und dabei locker ein ganzes Jahrhundert aus der Frauenperspektive aufrollt.
Profil (Susanne von Schenck)
Natascha Wodin hat ein weiteres ungeheuerliches Buch verfasst (...). Dass sie die Schweigespirale in ihrer Familie mit ihrem literarischen Schaffen durchbrochen hat, ist der Kern ihres Lebenswerks.
Saarländischer Rundfunk SR 2 (Stefan Berkholz)
Der stille, zurückhaltende Triumph einer Autorin über die Traumata ihrer Biografie.
ORF Ö1 "Ex Libris" (Holger Heimann)
Ein noch viel intimeres Buch, das für sich stehen kann. (...) Sie klagt nicht an, sie schildert Geschichte anhand menschlicher Schicksale.
Focus Online (Holger Heimann)
Wer wissen will, was Ausgrenzung für die Betroffenen konkret bedeutet, muss das neue Buch von Natascha Wodin lesen. (...) Dass die Siebzehnjährige doch noch ihren Weg aus der Obdachlosigkeit fand, (...) aus ihr später eine Dolmetscherin, Übersetzerin und schließlich eine großartige Schriftstellerin wurde, grenzt an ein Wunder. Zum Glück für ihre LeserInnen.
WOZ - Die Wochenzeitung (Eva Pfister)
Eine sprachlich beeindruckende und
emotional bewegende Lektüre.
Ruhr Nachrichten (Elisabeth Langohr)
Ein hartes, aber kein bitteres Buch. (...) Es lässt mitleiden und mitfühlen und demonstriert, wie aus einem geplagten Menschenkind eine bedeutende Autorin werden kann. Das ist große, bemerkenswerte Literatur von einer beeindruckenden sprachlichen Kraft.
BR (Dirk Kruse)
| Hauptlesemotive: | Eintauchen |
|---|---|
| Nebenlesemotive: | Entspannen |
| Produktart: | Taschenbuch |
| Produktform: | Taschenbuch |
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