Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
📍 Ebertstraße 6, 76137 Karlsruhe | ☎ 0721 38 480 060 | ✉ info@buch-ka.de | 🕐 Öffnungszeiten

Josef Lautenbachers Reise nach Flätz

Beeler, Jürg (03.03.2026)
Produktinformationen "Josef Lautenbachers Reise nach Flätz"
  • Knapp Verlag
  • Beeler, Jürg
  • 978-3-907334-46-1
  • 03.03.2026
  • Hardcover
  • 108 Seiten
  • 135 x 215 (B/H)
  • deutsch
  • 1
  • Lesende, die Jean Pauls Texte und Gottfrieds Keller Seldwyler Geschichten mögen, werden diesen Roman «verschlingen». Der Buchtitel ist übrigens eine Hommage an Jean Paul und dessen Erzählung «Des Feldpredigers Schmelzle Reise nach Flätz». Jürg Beeler ist einer der großen deutschsprachigen Erzähler unserer Zeit. Der Stilist macht aus einer kleinen Geschichte ein großes Leseerlebnis. Seine Figuren haben Ecken, Kanten und Eigenwilligkeit. Er haucht ihnen oft ohne vieler Worte «Leben» ein. Was das Buch auch lesenswert macht, ist der Rhythmus der Sprache, die Geschichte verliert nie an Schwung.
  • 7 %
  • kurz & knapp
  • Der Roman zeichnet ein Bild einer Gesellschaft, in der Menschen keinen Platz finden.
  • Notizen über den geistigen Niedergang einer Epoche.
  • Der beschwerliche Weg ins Rentnerleben.
  • Im Titel verbirgt sich eine Hommage an Jean Paul.
  • Anklänge an Gottfried Kellers Seldwyler Geschichten.
  • Der Autor steht für Lesungen zur Verfügung.
Jürg Beeler entwirft in seinem Roman «Josef Lautenbachers Reise nach Flätz» ein Bild einer Gesellschaft und einer Zeit, in der Figuren wie Josef Lautenbacher keinen Platz mehr finden. Das Alter und der schwierige Übergang vom Berufsleben zum Rentnerleben gehören zu den versteckten Themen dieses Romans. «Josef Lautenbacher war früh aufgestanden, um allein zu frühstücken. Es war nicht einfach, seiner Frau auszuweichen, vor allem nicht, da man in derselben Wohnung lebte. Mit drei Zimmern waren die Fluchtmöglichkeiten nicht groß, Begegnungen waren unvermeidlich.» Josef Lautenbacher, seit Kurzem im Ruhestand, wähnt sich von seiner Frau kontrolliert und gegängelt. Verzweifelt versucht er, ihr zu entkommen. Nicht alle seiner oft komischen Versuche gelingen, selbst die Flucht in eine benachbarte Stadt verhindert nicht, dass die besorgte Ehefrau ihn findet. Im Bahnhofbuffet von Nimmerach, einer Kleinstadt am Jura-Südfuß, findet er einen Rückzugsort. In diesem «Kurort für Geist und Seele» vollzieht sich seine Wandlung vom ehemaligen Buchhändler, der täglich von Weltliteratur umgeben gewesen war, zum Schriftsteller. Je größer die räumliche Entfernung von Luise, seiner Frau, desto schärfer und unerbittlicher arbeitet sein Verstand, wie er festzustellen glaubt. Nimmerach ist klein, nicht immer gelingt es ihm, seinen ehemaligen Kunden («der Plage jedes rechtschaffenen Buchhändlers») auszuweichen. Als schließlich Luise mit Sohn unerwartet im Bahnhofbuffet auftaucht, nimmt die Geschichte eine dramatische Wendung. Nach und nach ahnen die Lesenden, dass Josef Lautenbacher seine Buchhandlung nicht ganz freiwillig aufgab. Er war ein Original, Leserinnen und Leser behandelte er anders als Kundinnen und Kunden. Nicht immer zur Freude der Nimmeracher. In seinen Augen ist der Kunde eine moderne Erfindung, die Missgeburt einer Welt, die nicht mehr seine ist. Als Luise ihren siebzigsten und seinen fünfundsechzigsten Geburtstag mit einer gemeinsamen Feier begehen will, beschließt er, zu verschwinden. Er plant eine Reise nach «Flätz», einem Ort, an dem ihn gewiss niemand finden wird. Kein einfaches Unternehmen für einen Menschen, der in seinem Leben fast ausschließlich mit Büchern Umgang pflegt und alle alltäglichen Dinge seiner Frau überlässt. Im Titel, «Josef Lautenbachers Reise nach Flätz», verbirgt sich eine Hommage an Jean Paul, insbesondere an dessen Erzählung «Des Feldpredigers Schmelzle Reise nach Flätz». Entsprechend fehlt es auch in Josef Lautenbachers Reise nicht an Doppelbödigkeiten, wird eine Welt, die viele für die richtige und normale halten, als verkehrte geschildert. Ort der Handlung ist Nimmerach, eine fiktive Stadt am Jura-Südfuß, eine Art Seldwyla. Nicht ohne Grund finden sich Anklänge an Gottfried Kellers Seldwyler Geschichten. Vielleicht ist der Roman nichts anderes als eine neue Seldwyler Geschichte, in unsere Gegenwart übersetzt.

Biografie – Beeler, Jürg

B
Beeler, Jürg
Jürg Beeler (*1957) ist in Zürich geboren und in Olten aufgewachsen. Er studierte Germanistik, Literaturkritik und Komparatistik. Er arbeitete als Mittelschullehrer und als Rezensent sowie als Reise- und Kulturjournalist. Der Autor hat schon viele Auszeichnungen erhalten, u. a. den Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (2002) und 2024 die Literarische Auszeichnung der Stadt Zürich. Jürg Beeler lebt als freier Schriftsteller in Narbonne (F) und Zürich. Zuletzt erschienen von ihm bei Dörlemann die Romane «Die Zartheit der Stühle» (2020) und «Der blinde König und sein Narr» (2024).

Rezensionen „Josef Lautenbachers Reise nach Flätz"

«Jürg Beeler zeichnet mit dem grantelnden Pensionär einen liebenswerten Bücherkauz, der sich den Trivialitäten des Alltags keinesfalls unterwerfen will. Das ist lustig und traurig zugleich. Im winzigen Nimmerach ist ihm nicht mehr zu helfen. In der weiten Welt vielleicht?» Dierk Wolters, Frankfurter Neue Presse


«Das Leben da draußen kennt Josef Lautenbacher nur aus Büchern. Jetzt muss er beweisen, dass er in dieser Welt nicht verloren ist.» Karsten Koblo, aus-erlesen.de


«Mit Thomas Bernhardschem Sprachbiss und hintersinniger Ironie gleitet Jürg Beeler mit seinem schrulligen, nörgelnden Ex-Buchhändler Josef Lautenbacher in dessen bedrohlich-unbekannte Rentenzeit. Eine heiter-melancholische Ode auf das letzte Lebensdrittel!» Hanspeter Müller-Drossaart, Schauspieler und Autor


«… ein Stilist wie Jürg Beeler braucht nicht viel, um aus einer kleinen Geschichte ein großes Leseerlebnis zu machen.» Matthias Eichardt, Jenaer Stadtmagazin


Hauptlesemotive: Entspannen
Produktart: Buch gebunden
Produktform: Hardcover

0 von 0 Bewertungen

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Bewerten Sie dieses Produkt!

Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen Kunden.