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Okarina

Kant, Hermann (01.10.2003)
Produktinformationen "Okarina"
  • Aufbau TB
  • Kant, Hermann
  • 978-3-7466-1194-5
  • 01.10.2003
  • Taschenbuch
  • 463 Seiten
  • 115 x 33 x 190 (B/T/H)
  • 376
  • deutsch
  • 1. Auflage
  • 7 %
  • Entspannen
  • Auseinandersetzen
  • Taschenbuch
  • Taschenbuch

Aus dem Aufenthalt kennt man diesen Niebuhr, der in polnischer Gefangenschaft erfuhr, was die Nazis und die Wehrmacht angerichtet hatten. Die "polnische Abteilung seines Lebens" behält ihr Gewicht auch für den Erzähler dieses Romans, zumal seinerzeit Merkwürdiges geschah: Stalin habe ihn in den Kreml holen lassen, zu seinem "Ideengefäß" ernannt und auf einer Okarina gespielt - Flötentöne, die ihn lange besetzt halten. Und seitdem ihm damals - eine ebenso mythische Angelegenheit - Norma-Marilyn begegnet sei, durchziehen Liebesgeschichten sein Leben. Zunächst wird er Lehrer an einer Parteischule, dann Setzer und Drucker, schließlich Redakteur einer Zeitschrift für Kommunikation, OKARINA benannt. Mit Behagen verweilt der Erzähler bei angenehmen Momenten seines Lebens, erzählt von Liebe, vom Tischbeißen und vom Klassenkampf, wobei er sich - wie man das bei Kant kennt - keinen Wortwitz und keine Anspielung entgehen läßt. Doch bedenkt er auch den möglichen Irrtum. Deshalb ist auch von Sturheit und Dogmatismus die Rede, vom Wirken unterschiedlichster Geheimdienste und schließlich von einer zunehmenden "Vereisung". So ist ein gewichtiger Roman entstanden, der sich einer sehr beteiligten Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR verschrieben hat. "Ein Zeitdokument von hohem Wert" nannte die Süddeutsche Zeitung diesen jüngsten Roman Hermann Kants. Der Autor so bedeutender Werke wie "Die Aula" und "Der Aufenthalt" läßt - wie immer sprachlich virtuos - die zuweilen wilden und widrigen Jahre der DDR Revue passieren. Wo in dieser teils wehmütigen, stets aber kurzweiligen "Halbmär" Erlebtes und wo Erdachtes sich findet, kann man mit großem Vergnügen selbst zu enträtseln versuchen. "Ein starkes Buch voller Anspielungen, Gescheitheiten, Widersprüche, Schnurren und wirklich schöner Erzählstücke." Neues Deutschland

Rezensionen „Okarina"

»...zeugt von Meisterschaft, sinnlicher Lebensfreude und einer Lust am Humor...«
Frankfurter Neue Presse

»...es gelingt Kant mühelos, sich als einen der sprachmächtigsten und geistreichsten Autoren deutscher Sprache zu empfehlen...«
Neue Zürcher Zeitung

»Ein Schelmenroman, so kurzweilig wie anspruchsvoll. ...zeugt von literarischer Meisterschaft...«
Fuldaer Zeitung

»Hermann Kant bleibt ein Mann mit einer starken Meinung.«
Berliner Zeitung

»...brillante Sprache, virtuos gehandhabte Bildmontage und klare Erzählposition.«
der Freitag

»Ein starkes Buch voller Anspielungen, Gescheitheiten, Widersprüche, Bedrückungen, auch Schnurren und wirklich schöner Erzählstücke.«
Neues Deutschland

»Solch Flötentöne der Unverfrorenheit sind ein pfiffig getarnter Skandal.«
Mitteldeutsche Zeitung

»...Zeitdokument von hohem Wert..«
Süddeutsche Zeitung

»Kant zeigt sich in seinem Text voller erfrischender polemischer Verve. Seine Sprachmacht wird ihm keiner nehmen können...«
Frankfurter Allgemeine Zeitung

»...gewohnt sarkastisch...«
Der Tagesspiegel

»Blick zurück ohne Zorn...«
Mannheimer Morgen

»...ein grimmig ironisch haderndes Buch mit der Welt, wie sie jetzt ist.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung

»...Kurz, eine übermütige Gegenwartsgeschichte.«
Neues Deutschland

»Dort anknüpfend, wo "Der Aufenthalt" endete, schickt sich Kant an, die Geschichte eines vergangenen Landes aus seiner Sicht zu erzählen und dies gelingt ihm mit Witz, Engagement und den gewohnten Seitenhieben auf den sozialistischen Alltag.«
ZeitPunkt Kulturmagazin Leipzig

Biografie – Kant, Hermann

K
Kant, Hermann

Hermann Kant wurde 1926 in Hamburg geboren. Er machte eine Lehre zum Elektriker. Im Zweiten Weltkrieg war er Soldat, befand sich von 1945-1949 in polnischer Kriegsgefangenschaft. Der Mitbegründer des Antifa-Komitees war im Arbeitslager Warschau und Lehrer an der Antifa-Zentralschule. Ab 1949 besuchte er die Arbeiter- und Bauern-Fakultät Greifswald und studierte von 1952 bis 1956 Germanistik in Berlin. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent und Redakteur. Als freier Schriftsteller lebte er seit 1962 in Berlin und war von 1978 bis 1989 Präsident des Schriftstellerverbandes der DDR. Er starb 2016 in Neustrelitz.
Wichtigste Werke: „Die Aula“ (1965), „Das Impressum“ (1972), „Der Aufenthalt“ (1977), die Erzählungsbände „Ein bißchen Südsee“ (1962), „Eine Übertretung“ (1975), „Der dritte Nagel“ (1981), „Bronzezeit“ (1986), „Lebenslauf, zweiter Absatz“ (2011). 
Zuletzt erschien: „Therapie. Erzählungen und Essays“ (2021).

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