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Produktinformationen "Requiem"
  • Klett-Cotta
  • Loeser, Karl Alfred
  • 978-3-608-98684-6
  • 18.02.2023
  • Hardcover
  • 320 Seiten
  • 118 x 195 (B/H)
  • 360
  • deutsch
  • 2. Auflage, 2023
  • 7 %
  • Auseinandersetzen
  • Entspannen
  • Buch gebunden
  • Hardcover
  • Ein eindrücklicher Roman über die subtilen Mechanismen der JudenverfolgungFür Leserinnen und Leser von Hans Fallada und Ulrich Alexander BoschwitzEntdeckt und herausgegeben von Peter Graf

Die große Neuentdeckung: Ein meisterhafter Roman aus den Dreißiger Jahren

Der jüdische Cellist Erich Krakau wird Opfer einer gnadenlosen Intrige, an der sich bald eine ganze Stadt beteiligt: Kleinbürger, Emporkömmlinge und Spießer. Der von Peter Graf entdeckte, bislang unveröffentlichte Roman von Karl Loeser wirkt beinahe prophetisch. Denn geschrieben wurde er, bevor die Vernichtung der europäischen Juden ins Werk gesetzt wurde. 

Eine Stadt in Westfalen Mitte der 1930er-Jahre: Die Entrechtung der in Deutschland lebenden Juden ist weit fortgeschritten, aber einige leben weiterhin unbescholten und können ihren Berufen nachgehen. Zu ihnen gehört der Cellist Erich Krakau, der am städtischen Symphonieorchester tätig ist. Das Blatt wendet sich, als der 22-jährige Fritz Eberle, Mitglied bei der SA, seine Stelle im Orchester einnehmen will. Getrieben von Hass, entsteht eine Hetzjagd auf den unschuldigen Krakau, in die Freunde mit hineingezogen werden, die alles für Krakau riskieren – aber auch skrupellose Emporkömmlinge auf der Seite Eberles, die gut vernetzt sind und Krakau gefährlich werden. Karl Loesers auf eigene Erlebnisse und die Erlebnisse seines Bruders  zurückgreifende Roman erzählt vom Schrecken der Diktatur und macht die Mechanismen des Terrors sichtbar.

Zur Editionsgeschichte:

Schon immer gab es sehr talentierte Autoren, deren Werk nie an die Öffentlichkeit gekommen ist. Der aus Berlin stammende Karl Alfred Loeser war einer von ihnen. Von den Nazis vertrieben, führte ihn seine Flucht über Amsterdam nach Brasilien. Dort entstanden seine Romane, Novellen und Theaterstücke. Zwar wusste seine Familie, dass er sich häufig zum Schreiben zurückzog, doch was er schrieb, blieb unbekannt. Erst nach seinem Tod 1999 entdeckte die Familie den Nachlass. Darunter befand sich auch der auf Deutsch verfasste Roman »Requiem«, der in der ursprünglichen Fassung den Titel »Der Fall Krakau« trug und vor dem Hintergrund des Schicksals seines Bruders, eines Musikers im Dritten Reich, enstanden war. Loeser selbst hatte den Roman ins Portugiesische übertragen, traute sich aber nicht, ihn Verlagen anzubieten, weil es ihm unter dem Machthaber Getúlio Dornelles Vargas, der mit dem Nationalsozialismus sympathisierte, zu gefährlich erschien, seine jüdische Herkunft mit einer solchen Publikation öffentlich zu machen. Seinen Bruder Norbert, der in den Niederlanden blieb und den Krieg dort überlebte, sah er nach dem Krieg wieder.

Rezensionen „Requiem"

»›Requiem‹ ist bestürzend und ergreifend. Souverän wird die kriminelle Energie des politischen Systems in Form eines Kriminalromans dargestellt. […] ›Requiem‹ ist eine raffinierte literarische Mischung. Der Roman spielt mit der Ästhetik des Trivialen und setzt Effekte präzise ein. Gleichzeitig behält er seine komplexen erzählerischen Strategien im Auge. […] Als Buch ist es ein Glücksfall. Es wandert über den Umweg des Exils in die deutsche Literatur ein und wir hier bleiben.« Paul Jandl, Neue Züricher Zeitung, 05. April 2023
NZZ (Paul Jandl)

»Was tatsächlich die Faszination dieses Buches ausmacht, sind diese unglaublich feinen und psychologisch toll ausgearbeiteten Beschreibungen einer Gesellschaft unter dem Nationalsozialismus und diese Abgründe, die sich auftun, aber eben auch zwischenmenschliche Wunder, die sich ereignen. […] Bei all der Tragödie versteht Loeser mit einer großartigen, lakonischen Distanz zu schreiben und das ist in meinen Augen wirklich ganz große literarische Kunst.« Stephanie Oppen, Deutschlandfunk Kultur, 28. Februar 2023
Deutschlandfunk Kultur (Stephanie Oppen)

»›Requiem‹ ist ein Buch über Ideale: Was sind sie noch wert, wenn die Zeiten sich ändern? Wo stehe ich, und wofür? Das Gewissen eines jeden ist die heimliche Hauptperson in diesem großartigen Roman.« Anna Hartwich, NDR, 17. Februar 2023
NDR (Anna Hartwich)

»Loesers Roman ist gelungen, weil er den Geist der Dreißigerjahre abbildet. Der gesellschaftliche Zustand wird zum Wasserzeichen des Textes.« Thomas Combrink, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05. Dezember 2023
FAZ (Thomas Combrink)

»Loeser schildert auf meisterhafte Weise die Vielfalt der komplexen Gesellschaft aus Mutigen und Feiglingen, aus Gleichgültigen und Tätern. […] ›Requiem‹ ist besser als manches Sachbuch über die Anfangszeit des Nazi-Regimes und deshalb nicht zuletzt auch jungen Lesern zum besseren Verständnis jener Jahre zu empfehlen.« Sigismund von Dobschütz, Saale-Zeitung, 16. August 2023
Saale Zeitung (Sigismund von Dobschütz)

»›Requiem‹ ist ein aus der Rückschau entworfener Versuch einer Antwort auf die Frage ›Wie konnte es dazu kommen?‹ Der Roman führt die sozialen Mechanismen der Ausgrenzung und der Korrumpierung der öffentlichen Meinung sehr nachvollziehbar vor.« Katharina Granzin, TAZ, 10. Juli 2023
taz (Katharina Granzin)

»Ein sowohl sprachlich als auch erzählerisch gelungenes Werk!« Carolin Kaiser, Literatur und Feuilleton, 02. April 2023
Literatur und Feuilleton (Carolin Kaiser)

»Loesers Sprache ist geschmeidig. Und durchaus auf dem Niveau der in jüngster Zeit zum wiederholten Male aufgelegten und neu zu lesenden Gabriele Tergit.« Alexander Kluy, Buchkultur, April 2023
Buchkultur (Alexander Kluy)

»Beachtlich, wie Loeser all die Argumente ausbreitet, mit denen sich die Helfer im Angesicht der Bewährung zurückhalten. Kläglich versagt der Bildungsbürger wie der alte Adel. Und Anhand Krakaus und der Figur des Doktor Spitzer […] zeichnet Loeser nach, wieviel innere und äußere Überwindung die Emigration kostet.« Reinhard Kalb, Nürnberger Zeitung / Nürnberger Nachrichten, 28. März 2023
Nürnberger Zeitung (Reinhard Kalb)

»Zeugnis und Warnung zugleich, aktueller denn je und unbedingt lesenswert. Mit informativem Nachwort.« Bettina Prior-Kamer, ekz, 27. Februar 2023
ekz-Informationsdienst (Bettina Prior-Kamer)

»Loeser entwickelt in ›Requiem‹ ein atemberaubendes, zunehmend sich verdichtendes und beklemmendes Szenario, in dem er jedoch einen Spalt Hoffnung lässt, dass am Ende doch noch die Menschlichkeit siegt.« Sibylle Peine, Jüdische Allgemeine, 21. Februar 2023
Jüdische Allgemeine (Sibylle Peine)

Biografie – Loeser, Karl Alfred

L
Loeser, Karl Alfred

Karl Alfred Loser wurde am 5. September 1909 in Berlin als jüngerer Bruder des Musikers,
Komponisten und Musikkritikers Nobert Loeser geboren. Er arbeitete in Berlin bei einer
Bank und für einen Kaffeehändler und sprach mehrere Sprachen. Im Alter von 25 Jahren
flüchtete er nach Amsterdam, wo sein Bruder Norbert bereits lebte. Dort lernte er seine
Frau Helene kennen und emigrierte kurz darauf mit ihr nach Brasilien. Er ließ sich in São
Paulo nieder und arbeite bis zu seiner Pensionierung für eine niederländische Bank, die
dort eine Filiale betrieb. Sein Leben lang schrieb er im Schatten seines Berufs

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