Rezitativ
20,00 €
Die Wiederentdeckung von Toni Morrisons einziger Erzählung ist eine literarische Sensation und enthält die Quintessenz ihres Schaffens. Die Nobelpreisträgerin spielt darin mit unserer Wahrnehmung: Von Beginn an wissen wir, dass eine der beiden Hauptfiguren schwarz ist und die andere weiß – doch welche ist welche?
Twyla und Roberta begegnen sich als Achtjährige im Kinderheim. Sie werden Vertraute, geben einander Halt und Trost. Sie sind unzertrennlich, doch später verlieren sie sich aus den Augen. Zufällig begegnen sie einander immer wieder, erst in einem Diner, dann im Supermarkt und bei einer Demonstration. Sie stehen in jeder Hinsicht auf verschiedenen Seiten und sind sich uneinig über die wichtigsten Fragen – trotzdem fühlen sich die beiden Frauen einander tief verbunden.
Rezitativ erzählt eindrucksvoll und mit frappierender Aktualität über eine Mädchenfreundschaft und die Auswirkungen von Rassismus und Klassenzugehörigkeit auf die Beziehungen, die unser Leben prägen.
Biographie - Morrison, Toni
Toni Morrison wurde 1931 in Lorain, Ohio, geboren. Sie studierte an der renommierten Cornell University Anglistik und hatte an der Princeton University eine Professur für afroamerikanische Literatur inne. Zu ihren bedeutendsten Werken zählen «Sehr blaue Augen», «Solomons Lied», «Beloved», «Jazz» und ihr essayistisches Schaffen. Sie war Mitglied des National Council on the Arts und der American Academy of Arts and Letters. Ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen, u. a. mit dem National Book Critics' Circle Award und dem American-Academy-and-Institute-of-Arts-and-Letters Award für Erzählliteratur. 1993 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur, und 2012 zeichnete Barack Obama sie mit der Presidential Medal of Freedom aus. Toni Morrison starb am 5. August 2019.
Tanja Handels übersetzt seit über zwanzig Jahren aus dem Englischen, zuletzt u.a. Bernardine Evaristo, Zadie Smith, Siân Hughes und Niall Williams. Für ihre Arbeit erhielt sie zahlreiche Preise und Stipendien, darunter den Heinrich Maria Ledig-Rowohlt- und den Christoph Martin Wieland-Preis.
Rezensionen "Rezitativ"
Vierzig Jahre nach dem Original ist Toni Morrisons grandiose Erzählung Rezitativ in deutscher Übersetzung erschienen. Eine Wucht! Auf seinen bloß 96 Seiten verrät der Text mehr über unser aller Rassismus als so mancher Wälzer.Der Standard
Doppelt wertvoll wird diese Neuerscheinung durch das ausführliche Nachwort von Morrisons britischer Kollegin Zadie Smith, das den Wert und Gehalt der Erzählung in Form eines essayistischen Anmerkungsapparats ergänzt. Man kann beides zusammen nur Pflichtlektüre nennen.
Der Standard (Margarete Affenzeller)
Platz 2 der SWR-Bestenliste im Juli/August 2023
SWR "Bestenliste" (Margarete Affenzeller)
Ein augenöffnendes und hirndurchlüftendes Experiment, das ein literarisches
Meisterwerk geworden ist.
Tages-Anzeiger (Martin Ebel)
Morrison schreibt so klar, mit so einer Leichtigkeit und manchmal auch mit einer so spröden Poesie, dass die Erzählung neben allem, was sie ethisch leistet, einmal mehr zeigt, warum diese Schriftstellerin nicht nur den Literaturnobelpreis gewann,
sondern von sehr vielen Menschen sehr gern gelesen wird.
Berliner Zeitung (Sabine Rohlf)
Toni Morrisons Erzählung überzeugt mit einem Experiment.
Frankfurter Rundschau (Judith von Sternburg)
„Rezitativ“ wirft nichts weniger auf als die Frage, wie rassistische Kategorien funktionieren, was man dafür braucht – und wie es anders gehen könnte.
Der Tagesspiegel (Adrian Schulz)
"Rezitativ" zeigt bei aller Kürze die allegorische Schärfe und die humane Kraft von Toni Morrisons Schreiben. Ein brillantes Stück Prosa.
Deutschlandfunk "Büchermarkt" (Tanya Lieske)
Toni Morrison spielt gekonnt mit unseren unterschwellig rassistisch geprägten Vorurteilen.
WDR Westart Lesestoff (Simone Hamm)
Ein grandioses Stück Literatur.
Handelsblatt (C. Timm Panster ; Seckel)
Toni Morrisons einzige, geniale Erzählung ersetzt ganze Forschungsbibliotheken
darüber, wie alltägliche Vorurteile und Abwertungen funktionieren und auf welchen Zuschreibungen Rassismus basiert.
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (Tobias Rüther)
Ein faszinierendes Erzählexperiment. Raffiniert lotst Morrison den Leser in
immer düsterere und muffigere Kammern seiner eigenen Ressentiments.
Süddeutsche Zeitung (Jörg Häntzschel)
Eine feine und herausfordernde Erzählung.
Münstersche Zeitung (Jörg Häntzschel)
Toni Morrison treibt hier literarisch auf die Spitze, was sie theoretisch in ihren zahlreichen Essays ... immer wieder umkreiste: Die Notwendigkeit, binäre Zuschreibungen wie Schwarz und Weiß in ihrerAussagekraft zu hinterfragen und zu dekonstruieren.
SWR 2 "Lesenswert" (Angela Gutzeit)
Ein kluger, einfühlsamer und oft auch witziger Roman über das Erwachsenwerden ins unserer Zeit.
Kronen Zeitung (Angela Gutzeit)
Bei der Lektüre stellt sich das Gefühl ein, in der Erzählung werde alles gesagt, was man über Rassismus und Zivilcourage, kindliche Angst und erwachsene Skrupel, Klassenkampf und Unterdrückung wissen kann.
ORF Ö1 (Angela Gutzeit)
Erstmals erscheint die einzige Erzählung der Nobelpreisträgerin Toni Morrison auf Deutsch. Sie irritiert auf grandiose Weise unsere Lesegewohnheiten.
Zeit Literaturbeilage (Daniel Haas)
| Hauptlesemotive: | Auseinandersetzen |
|---|---|
| Nebenlesemotive: | Entspannen |
| Produktart: | Buch gebunden |
| Produktform: | Hardcover |
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