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Schauergeschichten

Nádas, Péter (11.10.2022)
Produktinformationen "Schauergeschichten"
  • Rowohlt
  • Nádas, Péter
  • Eisterer, Heinrich
  • 978-3-498-00228-2
  • 11.10.2022
  • Hardcover
  • 576 Seiten
  • 151 x 45 x 220 (B/T/H)
  • 799
  • deutsch
  • Rémtörténetek
  • hun
  • 1. Auflage
  • 7 %
  • Entspannen
  • Auseinandersetzen
  • Buch gebunden
  • Hardcover

Ein kleines Dorf als Spiegel der Welt. Ein großer Roman

  • Der große europäische Schriftsteller Péter Nádas wird im Oktober 2022 achtzig Jahre alt.Zehn Jahre nach Parallelgeschichten liegt nun ein neuer gewaltiger Roman vor.

Péter Nádas’ neuer Roman ist ein unerwartetes Geschenk. Sprachgewaltig und vielstimmig erzählt er das Leben eines Dorfes am Fluss mit all seinen Bewohnern: Da sind die großen Bauern wie die Tagelöhner, der Priester und der evangelische Pfarrer, ein geistig behindertes Mädchen, eine junge Mutter, der Schäfer des Dorfes, der Lehrer, eine Frau, die Jahrzehnte zuvor unwiderruflich in Schande geriet, ein vom Teufel besessener Bäcker, dazu entwurzelte Aristokraten und Grandes Dames auf Landpartie. Ein Panoptikum von Figuren, getrieben von Missgunst und Bosheit.

Und um die Menschen des Dorfes herum: Gespenster.

Im Verlauf weniger Tage begegnen uns namenloses Elend, Schwäche, Abhängigkeit und Gewalt, in einer Welt, die an Céline und Tschechow erinnert, in der Sprache sich in ihr Gegenteil verwandelt, die Unfähigkeit zu sprechen. Rohe Gier und plötzliche Großmut wechseln einander ab, während dämonische Triebkräfte die Leben der Menschen chaotisch steuern. Dabei fließt die Erzählung ruhig dahin, schlägt Bögen, versammelt immer mehr Orte und Akteure und trägt uns ohne Aussicht auf Rettung einem alles umfassenden Unheil zu. 

Rezensionen „Schauergeschichten"

Péter Nádas hat einen verrückten, einen der Zeit enthobenen Roman geschrieben, der aber gegenwärtiger gar nicht sein könnte. «Schauergeschichten» ist grosse Kunst und erinnert die Kunst dennoch daran, wie hilflos ihre Versuche sind, Ordnung in die Welt zu bringen.
Neue Zürcher Zeitung (Paul Jandl)

Wie Nadas all das zusammenströmen lässt, wie er von Figur zu Figur und von Stimme zu Stimme wandert und alle in einem gewaltigen und gewalttätigen kollektiven Sprechen aufgehen lässt, ist literarisch einzigartig.
SWR 2 "Lesenswert" (Jörg Magenau)

Péter Nádas hat erneut bewiesen, dass er einer der großen europäischen Schriftsteller ist und alles in Literatur zu verwandeln vermag.
Die Presse (Cornelius Hell)

Man ist am Ende dieses Lesemarathons so fasziniert wie abgestoßen von der scheinbaren Zeitlosigkeit dieses Spätwerks, die nichts Gutes für die Gesellschaft verheißt.
Welt am Sonntag (Andrea Seibel)

Gegen Schluss des eindringlichen Romans, der seinen drastischen Naturalismus mit glänzenden Passagen auktorialen Erzählens legiert, entlädt sich die innere Spannung dieser antagonistischen dörflichen Welt in einem irrwitzigen Karussell individueller Katastrophen.
Schwäbische Zeitung (Hans - Dieter Fronz)

Eine Form von Literatur, die nicht schönen Schauer, sondern das existenzielle Schaudern erzeugt.
Münchner Merkur (Andreas PUFF-TROJAN)

Doch dieses ästhetische Wagnis erweist sich bei genauerer Lektüre als von Nádas präzise durchdacht. Die feinmechanische Struktur des Ganzen ist sprachlich penibel austariert. Sein Thema: die dämonische Macht des kollektiven Unbewussten, in dem dumpfes Triebleben und mythische Erinnerungsreste brodelnd regieren.
Falter (Sigrid Löffler)

Ein Roman ganz von dieser Welt und zugleich aus einem finsteren Jenseits ... Nádas beobachtet seine Figuren ohne Mitleid, führt sie aber auch nicht vor. Er selbst sei alle von ihnen zugleich, hat er gesagt.
Der Tagesspiegel (Gregor Dotzauer)

Dieser Dorfroman wird zum Schauerroman, indem er das Dorf als Welt für sich, als sprachlichen Kosmos eigener Ordnung entwirft, in dem der Schrecken und die Gewalt schon vibrieren, ehe am Ende auch in der Handlung der Horror zu seinem Recht kommt.
Süddeutsche Zeitung (Lothar Müller)

[Der Roman] will verstören, und er verstört ... Er versenkt sich tief in die unheimlichen Korrespondenzen zwischen dem kollektiven Unbewussten des Ostens und der dunklen Sehnsucht seiner Intellektuellen nach Übertretung und Selbstauslöschung.
Zeit Literaturbeilage (Iris Radisch)

Wer diesen Roman liest, der hört ein ganzes Dorf reden - auf Deutsch in der fabelhaften Übersetzung von Heinrich Eisterer. Er hört aber auch das ungesagt Bleibende. Das ist all das, für das die Dörfler keine Sprache haben. Das ist ihr wahrer Fluch.
Frankfurter Allgemeine Zeitung (Hubert ; Andreas Spiegel ; Platthaus)

Eine vielstimmige und sprachgewaltige Erzählung über Gier und Großmut, Bosheit und Missgunst vor dem Hintergrund der katastrophisch erlebten Umwälzungen des Kommunismus auf dem Lande.
dpa (Gregor Mayer)

Mich hat das wahnsinnig fasziniert, wie Nadas das schafft, alles in einen großen Strom hineinfließen zu lassen. Vermutlich geht es im Kern um diese große Frage, was ist der Mensch eigentlich?
RBB Kultur (Jörg Magenau)

Biografie – Nádas, Péter

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Nádas, Péter

Péter Nádas, 1942 in Budapest geboren, ist Fotograf und Schriftsteller. Bis 1977 verhinderte die ungarische Zensur das Erscheinen seines ersten Romans Ende eines Familienromans (dt. 1979). Sein Buch der Erinnerung (dt. 1991) erhielt zahlreiche internationale Literaturpreise. Zuletzt erschienen der Roman Parallelgeschichten, seine Memoiren eines Erzählers: Aufleuchtende Details. und der Roman Schauergeschichten.
Unter anderem wurde Nádas mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur (1991), dem Kossuth-Preis (1992), dem Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung (1995) und dem Franz-Kafka-Literaturpreis (2003) ausgezeichnet. 2014 wurde ihm der Würth-Preis für Europäische Literatur verliehen. Péter Nádas lebt in Gombosszeg.

Heinrich Eisterer, geb. 1960, begann nach einem Studium der  Germanistik und Finno-Ugristik und einer Dolmetscherausbildung in Wien mit dem Übersetzen. Er wurde für seine Arbeit vielfach ausgezeichnet, so mit dem Österreichischen Staatspreis für Übersetzung. Neben Péter Nádas hat er u. a. Imre Kertész und Sándor Márai ins Deutsche übertragen. 



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