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Westwärts 1 & 2

Brinkmann, Rolf Dieter (18.02.2025)
Produktinformationen "Westwärts 1 & 2"
  • Rowohlt
  • Brinkmann, Rolf Dieter
  • 978-3-498-00774-4
  • 18.02.2025
  • Taschenbuch
  • 448 Seiten
  • 155 x 30 x 230 (B/T/H)
  • 745
  • deutsch
  • 1. Auflage
  • 7 %
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  • Entdecken
  • Taschenbuch
  • Taschenbuch
  • Erscheint parallel zur Biografie Ich gehe in ein anderes Blau im Sachbuchprogramm

Westwärts 1 & 2 wirkte im Mai 1975 wie ein Paukenschlag in der literarischen Öffentlichkeit: Es war die erste Publikation des Enfant terrible Brinkmann seit Jahren, und sie erschien wenige Tage nach dem Tod des Autors bei einem Verkehrsunfall.  

Seither hat dieser Lyrikband eine kanonische Stellung erlangt. Aber das Buch damals stellte eine verstümmelte Fassung dar: Der Autor hatte Kürzungen vornehmen, auf Gedichte und ein Nachwort verzichten müssen, erst 2005 erschien eine erweiterte Ausgabe.

Zum 50. Todestag des Autors ist eine Entdeckung zu vermelden. Im Nachlass fanden sich zahlreiche weitere Gedichte, die für den Band vorgesehen waren. In einem Nachwort berichtet der Brinkmann-Biograf Michael Töteberg über die Funde. 

«Es ist ein subjektives Buch, ohne Rücksicht auf die herrschenden literarischen Konventionen und kann ebenso gut als ein zusammenhängendes Prosabuch, Gedichtbuch wie Essaybuch gelesen werden.» Rolf Dieter Brinkmann

Rezensionen „Westwärts 1 & 2"

Sound und den Sog der Verse und dieses Autors erlebt man mit „Westwärts 1&2". Von solchen Versen kann man nie genug bekommen, weswegen sich diese Neuausgabe ganz besonders lohnt.
rheinpfalz.de (Beate Tröger)

Wie seit dem Expressionismus nicht mehr wird in "Westwärts 1&2" die moderne Conditio humana beschrieben, das deformierte Menschsein, die Perversion von geistiger Freiheit, Gefühl und Glück in den sozialen Zwangssystemen und verödeten Stadtwüsten – und zugleich im Gedicht in prekäre Schönheit verwandelt.
Welt am Sonntag (Richard Kämmerlings)

Die unerbittliche Konsequenz, mit der er seine radikal subjektive Wahrnehmung schnappschussartig in poetische Sprache verwandelt, macht seine Lyrik unvergleichbar.
WDR "Westart Lesen" (Peter Meisenberg)

Mit seinen sprunghaften Collagen und seinen Gedankenkaskaden hat Brinkmann eine passende Form für die Reizüberflutung des Medienzeitalters entwickelt.
Frankfurter Allgemeine Zeitung (Christian Metz)

Biografie – Brinkmann, Rolf Dieter

B
Brinkmann, Rolf Dieter

Geboren am 16.04.1940 in Vechta, begann 1959 eine Buchhandelslehre in Essen. Seit 1962 in Köln; Pädagogikstudium., dann freier Schriftsteller. Aufenthalte in Rom (Villa Massimo), London, Gastdozent in Austin/Texas Brinkmann flüchtete sich in die Rolle des provozierenden Rebellen, für den das Leben «etwas unvorstellbar Gemeines, Viehisches» war: einerseits Auflehnung gegen die biologischen Gegebenheiten des Daseins und Abscheu vor dem Leben, andererseits Faszination und Zustimmung. Sein Credo: «Ich bin für den einzelnen.» Brinkmann machte die amerikanische Pop-Lyrik in Deutschland bekannt und wurde selbst der führende Pop- und Underground-Lyriker Deutschlands in den 60er Jahren. Lyrik war für ihn Spiegelbild und direkter Reflex des Faktischen. Auf die kurzzeiligen Gedichte der Pop-Zeit folgten vielstrophige Gedichte, in denen sein starker vitaler Antrieb zu unaufhörlich sich bewegenden Bildern und elementarisch behandelten alten Themen führt. "Westwärts 1 & 2" wurde als der wichtigste und virtuoseste Gedichtband der 70-er Jahre bezeichnet. "Rom, Blicke" ist die Ausbeute seines Rom-Aufenthaltes 1972, mit wilder Unerbittlichkeit auf Verfallenes, Obszönes fixiert, ein Konvolut aus Briefen, Notizen, Zeutungsausschnitten, Fotos, als Arbeitsbuch für künftige Projekte. Brinkmann wurde 1975 mit dem Petrarca-Preis ausgezeichnet. Er starb am 23. 4.1975 in London.

Michael Töteberg, geboren 1951, leitete lange Jahre die Agentur für Medienrechte im Rowohlt Verlag und war dort verantwortlich für Literaturverfilmungen wie «Babylon Berlin» und «Tschick». Er verfasst Filmkritiken und ist Herausgeber unter anderem der Schriften von Rainer Werner Fassbinder und Tom Tykwer sowie des «Metzler Film Lexikons». Zudem ist er Autor zahlreicher Bücher. Zuletzt erschienen der Roman «Falladas letzte Liebe» (2021) sowie die Biografie über Rolf Dieter Brinkmann «Ich gehe in ein anderes Blau» (2025).


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