»etwas ganz und gar Persönliches«
 (14.12.2019)

78,00 €*

Produktnummer: 9783518428887
Verlag: Suhrkamp
Author: Celan, Paul
ISBN: 978-3-518-42888-7
Erscheinungsdatum: 14.12.2019
Produktinformationen "»etwas ganz und gar Persönliches«"
  • Suhrkamp
  • Celan, Paul
  • 978-3-518-42888-7
  • 14.12.2019
  • 135 x 55 x 220 (B/T/H)
  • 1142
  • Leinen
  • deutsch
  • 1
  • 1286 Seiten
  • 7 %

  • Paul Celan, der meistgedeutete deutschsprachige Dichter nach 1945, ist auch der Autor eines eminenten Briefwerks. Mit dieser Ausgabe wird es nun erstmals als eigenes Werk sichtbar: in 691 Briefen, davon 330 bisher unpubliziert, an 252 Adressaten. Wer sind die Adressaten? Es sind die Mitglieder der Familie, geliebte Frauen, befreundete Autoren, sehr junge und begeisterte Leser, Übersetzerkollegen, französische Philosophen ebenso wie deutsche Germanisten und die Mitarbeiter vieler Verlage. Aus alledem entsteht in chronologischer Folge über vier Jahrzehnte ein Leben aus Briefen.In ihnen zeigt sich Celan als herausragender Korrespondenzpartner mit einer enormen stilistischen Bandbreite, ausgeprägt in seiner Fähigkeit, auch auf Unbekannte einzugehen. Die Briefe offenbaren eine Vielzahl bisher verborgener biografischer Fakten, ermöglichen eine Präzisierung seiner Poetologie und zeigen ihn zugleich als Menschen in seinem ganz gewöhnlichen Alltag.

    Biographie - Celan, Paul

    Paul Celan wurde am 23. November 1920 als Paul Antschel als einziger Sohn deutschsprachiger, jüdischer Eltern im damals rumänischen Czernowitz geboren. Nach dem Abitur 1938 begann er ein Medizinstudium in Tours/Frankreich, kehrte jedoch ein Jahr später nach Rumänien, zurück, um dort Romanistik zu studieren. 1942 wurden Celans Eltern deportiert. Im Herbst desselben Jahres starb sein Vater in einem Lager an Typhus, seine Mutter wurde erschossen. Von 1942 bis 1944 musste Celan in verschiedenen rumänischen Arbeitslagern Zwangsarbeit leisten. Von 1945 bis 1947 arbeitete er als Lektor und Übersetzer in Bukarest, erste Gedichte wurden publiziert. Im Juli 1948 zog er nach Paris, wo er bis zu seinem Tod lebte. Im selben Jahr begegnete Celan Ingeborg Bachmann. Dass Ingeborg Bachmann und Paul Celan Ende der vierziger Jahre und Anfang der fünfziger Jahre ein Liebesverhältnis verband, das im Oktober 1957 bis Mai 1958 wieder aufgenommen wurde, wird durch den posthum veröffentlichten Briefwechsel Herzzeit zwischen den beiden bestätigt. Im November 1951 lernte Celan in Paris die Künstlerin Gisèle de Lestrange kennen, die er ein Jahr später heiratete. 1955 kam ihr gemeinsamer Sohn Eric zur Welt. Im Frühjahr 1970 nahm sich Celan in der Seine das Leben.

    Barbara Wiedemann ist Lehrbeauftragte an der Universität Tübingen und Herausgeberin von Werken und Briefen Paul Celans.

    Rezensionen "»etwas ganz und gar Persönliches«"

    »Die voluminöse, hervorragend genau und verständlich kommentierte Edition hebt an mit dem Schreiben des Dreizehnjährigen an seine Tante Minna und reicht bis zum erschütternden Abschiedsbrief des immer aussichtsloser gegen die Verdunkelung der Gedanken Ankämpfenden an die letzte Geliebte, Ilana Shmueli, in dem die Empfängerin gebeten wird, bei ausbleibenden Zuschriften Ruhe zu bewahren.«
    Oliver Jungen, Frankfurter Allgemeine Zeitung 21.12.2019



    »Die bekannte Celan-Forscherin Barbara Wiedemann hat die Auswahl getroffen und die Texte akribisch kommentiert. Es ist ein Lesebuch geworden, das auf ergreifende Weise dokumentiert, wie ein Dichter, dessen Eltern im Holocaust umkamen, den Folgen der Barbarei selbst zum Opfer fiel und trotzdem noch einmal Verse hat schreiben können, die zum Besten dieses unseligen Jahrhunderts zählen. Sie sollten viele Leser finden.«
    Eberhard Geisler, taz. die tageszeitung 06.01.2020



    »Dieses aus- und eindrucksvolle Mosaik ist die große Leistung der Herausgeberin Barbara Wiedemann, die schon so viele Publikationen zu Paul Celan verantwortet hat.«
    Martin Oehlen, Frankfurter Rundschau 15.01.2020



    »Die bisher unbekannten Briefe Celans bergen einige Entdeckungen, ihre Edition an sich ist äußerst verdienstvoll.«
    Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung 27.01.2020



    »Das Buch Etwas ganz und gar Persönliches dokumentiert auf ergreifende Weise, wie ein Dichter, dessen Eltern im Holocaust umkamen, den Folgen der Barbarei selbst zum Opfer fiel und trotzdem noch einmal Verse hat schreiben können, die zum Besten des 20. Jahrhunderts zählen.«
    ORF 10.03.2020



    »Paul Celans Briefe: ein ähnlich großes, geradezu umwerfendes Leseereignis wie seine Gedichte.«
    Susann Fleischer, literaturmarkt.info 06.04.2020



    »Dieser so umfangreichen wie sorgfältig bearbeiteten Briefausgabe ... bleibt abzulesen, was
    Sprache fu¨r Celan ist, nämlich Wirklichkeit und Wahrheit.«
    Linda Maeding, literaturkritik.de 16.04.2020



    »Künftig dürfte man das dichterische Werk Paul Celans kaum mehr lesen und, noch viel entscheidender angesichts der stetig radikaleren Verschlossenheit seiner Gedichte, nicht adäquat verstehen können, ohne diesen Band in die Hand zu nehmen und zu konsultieren, welches Poem mit welchem biografischem Hinter- oder manchmal auch Vordergrund wie korrespondiert.«
    Alexander Kluy, Wiener Zeitung 19.04.2020



    Hauptlesemotive: Verstehen
    Nebenlesemotive: Entspannen
    Produktart: Buch gebunden
    Produktform: Hardcover

    0 von 0 Bewertungen

    Geben Sie eine Bewertung ab!

    Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit dem Produkt mit anderen Kunden.