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Der Auschwitz-Prozess

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Der Frankfurter 'Auschwitz-Prozess' ist ein Stück Zeitgeschichte geworden. Einige von vielen, welche die perfekteste Todesmaschine funktionieren ließen, standen in Frankfurt vor Gericht. Die Prozessberichte von Bernd Naumann schildern die richterlichen Bemühungen, keine Abrechnung über die Vergangenheit Deutschlands zu halten, sondern angesichts von nachweisbarer Schuld allein dem Gesetz Genüge zu tun. Der Verfasser gibt allein den Prozessverlauf wieder, wie er sich in den Aussagen der Zeugen und Angeklagten spiegelt. Die Konsequenzen, die außerhalb des Strafgesetzes liegen, hat der Leser selbst zu ziehen. Im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und seinen 40 Nebenlagern verrichteten in der Zeit von Mai 1940 bis Januar 1945 circa 8000 SS-Männer und rund 200 SS-Aufseherinnen und »Nachrichtenhelferinnen« ihren »Frontdienst« für »Führer, Volk und Vaterland«. Anfang 1942 wurde Auschwitz-Birkenau zum Todeslager ausgebaut, ab Frühjahr 1942 rollten Sonderzüge mit Juden aus ganz Europa nach Auschwitz. Jeder SS-Angehörige dort förderte mit seiner Tätigkeit die fabrikmäßige Vernichtung von Menschen. Nach vierjähriger Vorbereitung konnte der erste Auschwitz-Prozess im Dezember 1963 in Frankfurt am Main eröffnet werden: 360 Zeugen wurden vernommen, darunter 211 Auschwitzüberlebende, die die Verbrechen bezeugten. Konfrontiert mit ihren Aussagen mussten sich die Bundesbürger mit der NS-Vergangenheit befassen. Bernd Naumann (1922–1971) berichtete 20 Monate im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über den Prozessverlauf, wobei er chronologisch die einzelnen Abschnitte des Verfahrens schildert und dem protokollarischen Stil entsprechend häufig die Aussagen der Angeklagten und Zeugen für sich sprechen lässt. Nur selten ergänzt er den sachlichen Bericht durch Kommentare. Die schon seinerzeit für ein Taschenbuch bearbeitete Fassung des „wichtigsten Chronisten des Verfahrens“ liegt nun erneut – 50 Jahre nach Prozesseröffnung – mit einer Einleitung und Korrekturen von Werner Renz (Fritz Bauer Institut), einem Nachwort von Marcel Atze und einem Aufsatz von Hannah Arendt wieder vor.

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