Der Osten und das Unbewusste
Petersen, Andreas (16.03.2024)Der Osten und das Unbewusste · Petersen, Andreas
Wie Freud im Kollektiv verschwand
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- Verlag: Klett-Cotta
- Autor: Petersen, Andreas
- ISBN: 978-3-608-98720-1
- Veröffentlichung: 16.03.2024
- Produktform: Hardcover
- Umfang: 352 Seiten
- Maße: 128 x 210 (B/H)
- Gewicht: 448
- Sprache: deutsch
- Auflage: 1. Auflage 2024
- MwSt: 7 %
- Lesemotiv: Auseinandersetzen
- Lesemotiv: Verstehen
- Nebenlesemotive: Auseinandersetzen
- Nebenlesemotive: Verstehen
- Produktart: Buch gebunden
- Produktform: Hardcover
- Die Entstehung unterschiedlicher Menschenbilder in Ost und West und ihre Auswirkungen bis heute
Pawlow statt Freud oder wie der Osten die Psychoanalyse verbannte
Andreas Petersen verfolgt die historischen Linien des Unbewussten in Ost und West. Er beschreibt, wie die Tiefenpsychologie in der Sowjetunion zunächst gefördert und dann in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts vollständig verworfen wurde. Während es in Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem »psychological turn« kam, blieb das Unbewusste in Osteuropa offiziell tabu. Dies galt bis 1989 – mit Folgen bis in die Gegenwart.
Ausgehend von Freuds Entdeckung des Unbewussten vollzog sich in den USA und dann in Westeuropa im 20. Jahrhundert ein »psychological turn«, der in einer Neupositionierung von Individuum und Gesellschaft mündete. Selbstverwirklichung und Glücksversprechen durch Individualisierung wurden zum prägenden Gesellschaftsmodell für die Nachkriegsgesellschaften. Und der Osten? Nach einem anfänglich starken Interesse an Tiefenpsychologie und Analyse wurden unter Stalin alle individualpsychologischen Ansätze verbannt und durch die rein biologistische Theorie von Ivan Pawlow ersetzt. Andreas Petersen zeichnet diese weniger bekannte, doch gesellschaftlich eminent folgenreiche Entwicklung plastisch nach, auch anhand charakteristischer Biographien von Analytikern, Klinikärzten und Psychologen, die harten Kämpfen und Verfolgungen ausgesetzt waren. Die zunehmende Entfremdung zwischen Ost und West hat ihre Wurzeln auch in der unterschiedlichen psychohistorischen Prägung.
Rezensionen „Der Osten und das Unbewusste"
»Petersens Buch über „Stationen einer Weltidee“ ist nicht nur faszinierende Geschichtsschreibung, sondern auch Schlüsseltext für ein besseres Verständnis unserer Gegenwart.« Eckart Goebel, Die Welt am Sonntag, 17. März 2024Welt am Sonntag (Eckart Goebel)
»Der Historiker Andreas Petersen beweist in seinem neuen Buch ›Der Osten und das Unbewusste‹, dass man Wissenschaftsgeschichte genauso spannend wie einen Kriminalroman schreiben kann« - Ruth Asseyer, KulturPort.de, 19. August 2024
Kulturport.de (Ruth Asseyer)
»Ein anschauliches und differenziertes Bild der Psychologie des Ostens« Ralph Gerstenberg, DLF/Andruck, 1.7.2024
Deutschlandfunk (Ralph Gerstenberg)
»Ein brillantes Buch« Peer Teuwsen, NZZ am Sonntag, 22.5.2024
NZZ Geschichte (Peer Teuwsen)
»Petersen erzählt anhand von biografischen Skizzen, die auf wenigen Seiten einen Stoff verknappen, der auch für einen Roman gereicht hätte.« Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung, 10.6.2024
Süddeutsche Zeitung (Lothar Müller)
»Eine echte Pionierleistung« Thomas Groß, Tagesspiegel, 17.5.2024
Tagesspiegel (Thomas Groß)
»Petersen legt die ganze ehemalige Sowjetunion auf Freuds Couch.« Perlentaucher, 8.4.2024
Perlentaucher (Thomas Groß)
»Prägnantes Teilpanorama der sowjetischen Mentalitäts- und Ideologiegeschichte« Marianna Lieder, FAZ, 15.3.2024
FAZ (Marianna Lieder)
Biografie – Petersen, Andreas
Andreas Petersen studierte Allgemeine Geschichte, Osteuropäische Geschichte und Germanistik in Zürich. Er ist Dozent für Zeitgeschichte an der Fachhochschule Nordwestschweiz und Leiter der Geschichtsagentur »zeit&zeugen« in Zürich und Berlin. Er gehörte zum Forschungsteam der Freien Universität Berlin, das die Unterwanderung der West-Berliner Polizei durch die DDR-Staatssicherheit untersuchte. Im Jahr 2019 erschien sein Buch »Die Moskauer. Wie das Stalintrauma die DDR prägte« über die Gründergeneration der DDR.
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