Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
📍 Ebertstraße 6, 76137 Karlsruhe | ☎ 0721 38 480 060 | ✉ info@buch-ka.de | 🕐 Öffnungszeiten |

Eine Straße in Moskau

Ossorgin, Michail (23.12.2015)
Produktinformationen "Eine Straße in Moskau"
  • AB - Die Andere Bibliothek
  • Ossorgin, Michail
  • Keller, Ursula
  • 978-3-8477-2012-6
  • 23.12.2015
  • 520 Seiten
  • 121 x 36 x 213 (B/T/H)
  • 607
  • Die Andere Bibliothek (367)
  • deutsch
  • Eine Straße in Moskau
  • rus
  • 4. Auflage
  • 7 %
  • Eintauchen
  • Entspannen
  • Eintauchen
  • Entspannen
  • Buch gebunden
  • Hardcover

Eine Entdeckung: ein Roman aus dem Jahr 1928, erschienen in der Pariser Emigration und nun neu aus dem Russischen übersetzt. »In einer fremden Stadt entlieh ich den Titel meines ersten großen Romans bei einer der bemerkenswertesten Straßen meiner Heimatstadt« – schrieb Michail Ossorgin, der bereits 1922 auf Lenins Befehl hin die Sowjetunion verlassen musste und es mit diesem Roman zu internationaler Berühmtheit brachte. Die Straße in Moskau heißt »Siwzew Wrazhek«. Es ist eine kleine Straße im Zentrum von Moskau, doch seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit großer literarischer Tradition: Der junge Tolstoj lebte hier, genauso wie Marina Zwetajewa und Pasternaks »Doktor Schiwago« spielte hier zum Teil. Im Frühjahr 1914, am Vorabend des Ersten Weltkriegs, beginnt »Eine Straße in Moskau« und endet im Frühlingserwachen des Jahres 1920: Weltkrieg, Revolution und der Kampf zwischen den »Roten« und »Weißen« ist auch durch diese Moskauer Straße gegangen, hat ihre Bewohner zu anderen Menschen gemacht. Wie durch ein Brennglas werden die epochalen Ereignisse im Mikrokosmos eines Professorenhaushalts um den Ornithologen Iwan Alexandrowitsch und seine Enkelin »Tanjuscha« verwundert betrachtet und zu einem Mosaik aus 86 Bildern und Szenen meisterhaft montiert: ein Film in Prosa, ein dramatisches Personal, unvergessliche Szenen, realistisch direkt oder symbolisch-parabelhaft überhöht. »Eine Straße in Moskau« ist ein Zeitroman und die literarische Chronik eines wiederentdeckten großen russischen Stilisten. 1878 als Spross einer Adelsfamilie in Perm/Ural geboren, wurde Michail Ossorgin (eigentlich Iljin) in der Zeit der revolutionären Unruhen des Jahres 1905 als Sozialrevolutionär verhaftet; er floh ins Ausland und kehrte erst mehr als ein Jahrzehnt später nach Russland zurück. Als Kritiker der Bolschewiki wurde Ossorgin zunächst verbannt, dann 1922 mit einer großen Gruppe Intellektueller auf dem berühmten »Philosophenschiff« außer Landes gebracht. Nach einer Zeit in Berlin ließ er sich in Paris nieder und starb als staatenloser Flüchtling 1942 im zentralfranzösischen Chabris.

Rezensionen „Eine Straße in Moskau"

"Michail Ossorgin schlägt in seiner „Straße in Moskau“ einen ganz und gar eigenen Ton an. Er speist sich aus einer elegischen Grundnote und scharfsichtiger Zeitzeugenschaft, aus Geschichtsfatalismus und Mitgefühl mit denen, die die Geschichte erleiden. Ossorgins lakonischer Stil, die filmische Montage der Kurzkapitel, der multiperspektivische Blick auf die Wirklichkeit haben auch heute, 90 Jahre nach der Entstehung des Romans, nichts von ihrer Frische eingebüßt."
Deutschlandfunk - Büchermarkt (Brigitte van Kann)

"Ossorgin ist eine Entdeckung, mit der wohl niemand gerechnet hat. Nicht nur die Geschichte des Autors, der als Sozialrevolutionär sein halbes Leben im Exil verbrachte, ist beeindruckend, sondern auch die monumentale, obgleich leichtfüßige Romangeschichte selbst (…) Noch heute ist der Roman mehr als lesenswert. Die Szenen, die das große dramatische Weltgeschehen illustrieren, wechseln mit zärtlichen Beschreibungen der kleinen, aber existenziellen menschlichen Sorgen."
taz. Die Tageszeitung (Sonja Vogel)

"Wer die brutalen Veränderungen der Moskauer Gesellschaft zwischen 1914 und 1920 darstellen will, muss literarisch gestählt sein. Michail Ossorgin hat darüber im Exil einen grandiosen Roman verfasst."
Neue Zürcher Zeitung (Jan Koneffke)

"Die Entdeckung eines Autors vom Rang vielleicht eines Michail Bulgakow. Sein Roman spiegelt die russische Lebenswelt vom Vorabend des Ersten Weltkrieges, im Frühjahr 1914, bis wiederum zum ersten Schwalbenflug des Jahres 1920."
Der Tagesspiegel (Peter von Becker)

"Ein Klassiker, was immer das heißen mag, ist uns zugewachsen, ist aus dem Nichts aufgetaucht und hat sich ganz selbstverständlich eingereiht in unser Bücherregal, dort wo die große, tolle Gesellschaftsliteratur steht, auf deren Übertrumpfung oder auch nur Einholung wir seit den 30er-Jahren warten …"
Die WELT (Klaus Ungerer)

"Er beschreibt stilistisch meisterhaft, wie unterschiedlich sie mit den dramatischen Begebenheiten von Oktoberrevolution, Bürgerkrieg und Erstem Weltkrieg umgehen."
Deutschlandradio Kultur (Olga Hochweis)

Biografie – Ossorgin, Michail

O
Ossorgin, Michail

Michail Andrejewitsch Ossorgin oder Iljin, wie er eigentlich hieß, ist bei uns und sogar in Russland eine unbekannte Schriftstellergröße. Er wurde 1878 in Perm geboren, war Mitglied der Partei der Sozialrevolutionäre, nahm am Aufstand von 1905 teil, trat 1913 wegen der Heirat mit Rachil Ginzberg zum Judentum über, wurde 1914 Freimauerer, wirkte nach der Oktoberrevolution gegen die Bolschewisten, wurde 1919 und 1921 verhaftet, kam jeweils nach Interventionen wieder frei und wurde schließlich 1921 mit anderen Intellektuellen des Landes verwiesen. Trotzki kommentierte dies folgendermaßen: „Wir haben diese Leute deshalb ausgewiesen, da wir einerseits keinen Vorwand hatten, sie zu erschießen, sie aber andererseits nicht mehr dulden konnten.“ Nach einer Zeit in Berlin ließ sich Ossorgin schließlich in Paris nieder, wo er andere Emigranten, wie Boris Sajzew oder Mark Aldanow, traf. In Frankreich entstanden auch seine wichtigsten Werke, wie Siwzew Wraschek (1928), unser AB-Titel Eine Straße in Moskau, und Der Freimaurer (1937). Bald nach Ausbruch des Krieges floh Ossorgin nach Chabris, wo er 1942 starb.

Weitere Ausgaben:

0 von 0 Bewertungen

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Bewerten Sie dieses Produkt!

Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen Kunden.


Produktgalerie überspringen

Ähnliche Bücher entdecken

Die Harzreise Heine, Heinrich
Hoffmann und Campe
05.09.2024
Mein Jahrhundert Grass, Günter
dtv Verlagsgesellschaft
01.06.2015
Begabung usw. Lakomy, Hanna & ...
Freunde & Friends
18.09.2023
Die Straße Seethaler, Robert
Claassen
30.04.2026
Chronik meiner Straße Honigmann, Barbara
Hanser, Carl
23.02.2015
Imperium Kapuściński, Ry...
AB - Die Andere Bibl...
21.09.2015
Die Straße der Hoffnung Whitmore, Felicity
dtv Verlagsgesellschaft
23.07.2021
Der Trevi-Brunnen Adameşteanu, Ga...
AB - Die Andere Bibl...
29.06.2023
Ufer der Verlorenen Brodsky, Joseph
Hanser, Carl
09.03.2001
Die Straße Larcenet, Manu
Reprodukt
08.07.2024
Die unsichtbare Brücke Orringer, Julie
Kiepenheuer & Witsch
16.08.2012
Straße der Jugend Kubiczek, André
ROWOHLT Taschenbuch
18.04.2023
Wiener Straße Regener, Sven
Galiani Berlin ein I...
07.09.2017
Der Empfänger Lenze, Ulla
Klett-Cotta
18.06.2020
Alma Manzon, Federica
Pfaueninsel
02.03.2026
Lebensbande Borrmann, Mechtild
Droemer
03.11.2025
Die Straße der Ölsardinen Steinbeck, John
dtv Verlagsgesellschaft
01.09.1986
The Street. Die Straße Petry, Ann
dtv Verlagsgesellschaft
17.11.2021
Reise nach Italien Heine, Heinrich
Hoffmann und Campe
06.05.2024
Am Ende der Straße die Schlei Haider, Lars
Hoffmann und Campe
06.02.2026
White Tears Kunzru, Hari
Liebeskind
26.06.2017
Die Straße in die Stadt Ginzburg, Natalia
Wagenbach, K
17.08.2023
Bertha Benz und die Straße der Träume Schwarz, Alexander
Knaur Taschenbuch
02.05.2024
Ein Gentleman in Moskau Towles, Amor
Hanser Taschenbuch
17.03.2026
Der Ozean am Ende der Straße Gaiman, Neil
Eichborn
30.04.2021
Gute Tage Willemsen, Roger
FISCHER Taschenbuch
23.09.2020