Identitätspolitik
Stegemann, Bernd (31.08.2023)Identitätspolitik · Stegemann, Bernd
12,00 €
Preise inkl. MwSt. · Kostenloser Versand ab 25,00 € ·
Sofort verfügbar, Lieferzeit: 1-3 Tage
- Verlag: Matthes & Seitz Berlin
- Autor: Stegemann, Bernd
- ISBN: 978-3-7518-3002-7
- Veröffentlichung: 31.08.2023
- Produktform: mit Klappen
- Umfang: 110 Seiten
- Gewicht: 112
- Reihe: Fröhliche Wissenschaft (227)
- Sprache: deutsch
- Auflage: 2. Auflage
- MwSt: 7 %
- Lesemotiv: Auseinandersetzen
- Nebenlesemotive: Verstehen
- Produktart: Taschenbuch
- Produktform: Taschenbuch
Was ist »Identitätspolitik«? Bernd Stegemann bringt Ordnung in eine überhitzte Debatte
- Kampfbegriff reaktionärer Politik oder emanzipative Praxis? Stressreaktion auf die Zersplitterung der Gesellschaft oder regressive Form von Politik? Zitate:"Identitätspolitik ist eine Politik für tribalistische Gemeinschaften, die sich in einer feindlichen Umwelt behaupten müssen. Wird ihre Methode in ausdifferenzierten Gesellschaften angewendet, so führt sie zu einer Retribalisierung, da aus komplexen Widersprüchen wieder Stammeskämpfe werden.""Die identitätspolitische Kritik am Universalismus setzt jedoch am Fundament an, indem sie verkennt, dass der historische Missbrauch kein hinreichender Einwand gegen die regulative Idee des Universalismus ist. Dass eine regulative Idee falsch gebraucht wird, widerlegt nicht den Wert dieser Idee. Dennoch werden von der Identitätspolitik die historischen Fehler dazu verwendet, um die universelle Idee der Gleichheit zu einer parteilichen Doktrin weißer Menschen zu machen. Damit überschreitet ihre Kritik eine Grenze, die andere Interessensvertretungen respektieren. Identitätspolitik will die Idee des Universalismus abschaffen, indem sie sie auf eine Identitätspolitik weißer Menschen reduziert. Es handelt sich also um einen Angriff auf das Fundament der gleichen Gesellschaft."
Identitätspolitik ist ein sperriges Wort und viele aufgeregte Debatten kreisen darum. Keiner vermag es so recht zu erklären, dabei ist der Kern dieses Kampfbegriffs so alt wie die Menschheit. »Wir zuerst!« ist ein Schlachtruf, der zu allen Zeiten ertönt ist. »America first« ist Identitätspolitik, aber auch »Black Lives Matter« nutzt die Schlagkraft, die von dem »Wir zuerst!« ausgeht. Beiden Parolen ist eine rätselhafte Mischung aus Plattitüde und Angriff zu eigen. Natürlich zählen Schwarze Leben. Doch der Ruf wird militant, wo die Aussage »All Lives Matter« nicht mehr akzeptiert wird. Warum sollen »alle Leben« nicht zählen, und warum sollen nur »Schwarze Leben« zählen? Oder geht es darum gar nicht? Mit diesen Fragen, die ins Herz der Identitätspolitik führen, beginnt Bernd Stegemann seinen ideengeschichtlich fundierten Essay, in dem er einen Blick auf die Kipppunkte der Identitätspolitik wie Opfermanagement, Intimkommunikation, Cancel Culture, Critical Race Theory oder Wokeness wirft und die Frage nach der Zukunft des Universalismus stellt.
Biografie – Stegemann, Bernd
Bernd Stegemann, 1967 in Münster geboren, ist Professor für Dramaturgie und Kultursoziologie an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und veröffentlichte u. a. Das Gespenst des Populismus, Wutkultur und Die Öffentlichkeit und ihre Feinde. Zuletzt bei Matthes & Seitz Berlin: Die Moralfalle.
Leseprobe
Anmelden