Der Himmel vor hundert Jahren
Marfutova, Yulia (23.03.2021)Der Himmel vor hundert Jahren · Marfutova, Yulia
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- Verlag: Rowohlt
- Autor: Marfutova, Yulia
- ISBN: 978-3-498-00189-6
- Veröffentlichung: 23.03.2021
- Produktform: Hardcover
- Umfang: 192 Seiten
- Maße: 133 x 19 x 209 (B/T/H)
- Gewicht: 309
- Sprache: deutsch
- Auflage: 2. Auflage
- MwSt: 7 %
- Lesemotiv: Entspannen
- Produktart: Buch gebunden
- Produktform: Hardcover
Vergangene Zeiten – so nah und in Farbe.
- Eine Dorfgeschichte wie von Tschechow, erzählt wie ein schneller, rauer Film aus Berlin-Mitte. Yulia Marfutova ist ein herausragendes Talent: die hochbewusste und zugleich warmherzige Vertreterin einer großen Erzähltradition.
Ob sie vom Wetter erzählt, von der Weisheit der Menschen oder der der Fische – Yulia Marfutova macht Stimmen hörbar, die man so bald nicht wieder vergisst. In «Der Himmel vor hundert Jahren» treffen sich Ideen und Ideologen, Dorf und Welt, Gestern und Heute, Humor und Verstand. Eine zeitlose Geschichte, ein herausragendes Debüt. Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2021.
Ein russisches Dorf um das Jahr 1918. Die Revolution hat bereits stattgefunden, der Bürgerkrieg ist in vollem Gange, aber die Bewohner haben von den historischen Ereignissen noch nichts erfahren. Das untergehende Zarenreich ist groß, die Informationen fließen langsam.
Doch selbst an einem Ort wie diesem steht die Zeit nicht still: Der Dorfälteste Ilja, zum Beispiel, trifft seine Wettervorhersagen neuerdings mit Hilfe eines gläsernen Röhrchens, das er hütet wie seinen Augapfel. Der alte Pjotr dagegen belauscht lieber den nahegelegenen Fluss und dessen Geister. Aber noch scheinen die Fronten beweglich.
Nun ist ausgerechnet Iljas Frau, Inna Nikolajewna, so abergläubisch wie Pjotr. Als ihr ein Messer herunterfällt, taucht ein Fremder im Dorf auf. Der viel zu junge Mann trägt keine Stiefel, aber eine fadenscheinige Offiziersuniform, und wenn er muss, erzählt er jedem eine andere Geschichte. Man beäugt ihn, bedrängt ihn, bald nicht mehr nur mit Fragen - und doch kommt nicht einmal die junge Annuschka dahinter, weshalb er ins Dorf gekommen ist. Und vor allem: warum er bleibt ...
Rezensionen „Der Himmel vor hundert Jahren"
Über die atmosphärischen Verfinsterungen Europas sind viele Romane geschrieben worden, und jetzt gibt es noch einen ganz erstaunlichen ... Selten in der Literatur war der graduelle Übergang von Magie in Moderne so genau messbar und so bildhaft wie hier ... Ein mehr als nur überzeugendes Debüt.Neue Zürcher Zeitung (Paul Jandl)
Ein faszinierender Roman in einer ganz eigenen, hinreißenden Sprache.
Das Magazin (Erhard Schütz)
Eine schöne Lektüre, die schnell dahinfließt und sprudelt wie ein namenloser Fluss im sommerlichen Russland.
taz (Viktoria Morasch)
Das wirklich Magische dieses Debütromans ist seine Sprache, die luftgeistgleich zwischen Gewisper und Geraune, Bedrohlichem und Verheißungsvollem, Proklamationen und Träumen schwebt. Eine Wetterzeichen- und Epochenkunde voller (doch, hier passt es wirklich) Esprit und abgründigem Witz.
Philosophie Magazin (Jutta Person)
Ein großer Anfang.
Welt am Sonntag (Richard Kämmerlings)
Da ist sehr gekonnt und kunstvoll gemacht. Wer sich nicht scheut, sich in die Sprach- und Denkwelt des 19. Jahrhunderts zu versenken, der wird mit dem Kopfkino einer magischen Welt belohnt.
Die Presse (Harald Klauhs)
Weltgeschichte findet manchmal bei den Betroffenen mit großer zeitlicher Verzögerung statt ... In ihrem Debüt «Der Himmel vor hundert Jahren» erzählt Yulia Marfutova durch den wundersamen Vielklang der Stimmen des Dorfes von Wandel und Stillstand.
Brigitte (Meike Schnitzler)
Die Kunst der Auslassung und Anspielung beherrscht die junge Autorin perfekt, und so entsteht im Kopf des Lesers nicht nur die dichte Atmosphäre eines eigensinnigen Dorfes, sondern auch ein genaues Bild der pointiert gezeichneten Figuren. Ein feiner Humor schwingt in diesen Schilderungen mit, und wenn die Erzählstimme abwechselnd uns Leser und die Figuren anspricht, holt sie diese ganz nah heran, um nicht nur in deren Augen, sondern auch in deren Seele zu blicken ... grandios.
Frankfurter Allgemeine Zeitung (Nicole HENNEBERG)
Yulia Marfutova lässt den Alltag geheimnisvoll und Geheimnisse alltäglich erscheinen ... ein eindrucksvolles Debüt.
Frankfurter Allgemeine Zeitung (Nicole HENNEBERG)
Der Himmel, die Landschaft, der Fluss sind die großen Joker einer Kunst des Zeichendeutens, bei der Meteorologie in literarische Atmosphärenkundigkeit übergeht. «Der Himmel vor hundert Jahren» ist ein in seiner feinen Materialität rätselhaft starkes Romandebüt.
Der Tagesspiegel (Meike Fessmann)
Eine russische Dorfgemeinschaft voller liebenswerter Sonderlinge wundert sich über das Auftauchen eines jungen Soldaten, der ihnen keine Antworten gibt. Weise und mit viel (subtilem) Humor legt Yulia Marfutova einen so besonderen Roman vor, wie man ihn nicht oft in den Händen hält.
BARBARA (Meike Fessmann)
Biografie – Marfutova, Yulia
Yulia Marfutova, geboren 1988 in Moskau, studierte Germanistik und Geschichte in Berlin und promovierte in Münster. Für ihre literarischen Arbeiten erhielt sie unter anderem Werkstipendien des Berliner Senats und des Deutschen Literaturfonds sowie den GWK-Förderpreis für Literatur. Sie war Stipendiatin des Brecht-Hauses und der Jürgen-Ponto-Stiftung, der Meisterklasse der Berliner Festspiele und des Literarischen Colloquiums Berlin. «Der Himmel vor hundert Jahren», ihr erster Roman, war für den Deutschen Buchpreis nominiert und wurde mit dem Debütpreis des Buddenbrookhauses und dem Friedrich-Hölderlin-Förderpreis ausgezeichnet. 2025 erschien «Eine Chance ist ein höchstens spatzengroßer Vogel», «ein ebenso beschwingtes wie hintersinniges Buch über Jugend und Aufbruch, Familie und Erinnerung» (WDR).
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