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Ein empfindsamer Mensch

Topol, Jáchym (12.03.2019)
Produktinformationen "Ein empfindsamer Mensch"
  • Suhrkamp
  • Topol, Jáchym
  • Profousová, Eva
  • 978-3-518-42864-1
  • 12.03.2019
  • Hardcover
  • 494 Seiten
  • 136 x 38 x 212 (B/T/H)
  • 596
  • deutsch
  • Citlivý člověk
  • cze
  • Deutsche Erstausgabe
  • 7 %
  • Auseinandersetzen
  • Entspannen
  • Eintauchen
  • Entspannen
  • Buch gebunden
  • Hardcover
  • Einer der wichtigsten Titel zum Schwerpunkt Tschechien auf der Leipziger BuchmesseEin Roman, der mitten hineinführt in die Konflikte der GegenwartJáchym Topol, ein literarischer Enkel von Bohumil Hrabal, gehört zu den größten europäischen Schriftstellern seiner Generation

Eine tschechische Künstlerfamilie, eine Art Living Theatre, gastiert beim Shakespeare Festival in Großbritannien und wird von Brexit-Anhängern aus dem Land gejagt (LEAVE MEANS LEAVE! NO CZECH VERMIN!). Im Campingwagen reisen sie quer durch Europa, gegen den Strom der Flüchtlinge, Richtung Osten. Sie geraten ins russisch-ukrainische Kriegsgebiet, treffen Gerard Depardieu, klauen ihm seinen BMW und machen sich auf den Heimweg nach Böhmen. Ihre Odyssee führt durchs »Labyrinth der Welt« und ins »Lusthaus des Herzens«.

Als »politischer Gegenwartsroman« wurde Topols neuer Roman in Tschechien gefeiert. Er spielt 2015 und nimmt Motive aus seiner mitteleuropäischen 1989er-Road-Novel Die Schwester auf, mit der Topol als junger Dichter berühmt wurde. Damals reisten seine Helden durch eine Landschaft nach dem Ende des Ost-Westkonflikts, die ihnen die Lavabrocken der Vergangenheit vor die Füße schleuderte – alles war in Bewegung, die einst geschlossenen Gesellschaften brachen auf in eine ungewisse, aber lockende Freiheit.

Sprachgewaltig und karnevalesk ist auch Topols heutige Vermessung Europas. Ein Kontinent, der wieder Mauern hochzieht und sich in nationalistische Träumereien verkriecht, während die Suche nach dem Sinn menschlichen Daseins und der eigenen Identität immer weiter geht.

Rezensionen „Ein empfindsamer Mensch"

»Solange der Zustand Europas zu solchen Kunstwerken anregt, ist es nicht verloren.«
Neue Zürcher Zeitung (Jörg Plath)

»Aus dem Wirbel der Ereignisse lässt Topol nacheinander seine wunderbar präzise gezeichneten Nebenfiguren auftauchen.«
Frankfurter Rundschau (Nadja Erb)

»Jáchym Topol ist ein rasanter, schillernder Roman Roadmovie-Roman gelungen, der zudem auch noch brillant übersetzt wurde.«
Kultur. 21, Deutsche Welle TV (Dennis Wagner)

»Dass es gute Gründe gibt, besorgt nach Mitteleuropa zu blicken, ist [Topols Roman] abzulesen. Um die zeitgenössische Literatur aus dieser Region aber muss man nicht bangen, solange sie so hellwach, reflektiert und stilbewusst erscheint wie hier.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung (Tilman Spreckelsen)

»Der Roman ist Satire, Delirium, Roadmovie, eine Archäologie der verwirrten Zeiten und doch menschenfreundlich bis in jede Zeile hinein.«
DIE ZEIT (Thomas E. Schmidt)

»Der mit Abstand interessanteste tschechische Autor dieser Jahre.«
Süddeutsche Zeitung (Thomas E. Schmidt)

» … dass Jáchym Topol den Slang dieser Menschen derart fantastisch eingefangen hat, dass ihm bei allem Scheitern der Figuren nie der Witz und das Gefühl für sie ausgegangen ist, dass sein Blick für das Groteske dieses an Traurigem so reichen Lebens nie getrübt wurde – das ist der Gewinn.«
Münchner Merkur (Sabine Dultz)

»Vermessung Europas, aberwitziger Roadtrip, sensible Familienchronik, Parodie auf Mauern im Kopf und zwischen Ländern.«
Kleine Zeitung Graz (Sabine Dultz)

»Jáchym Topols Roman – das ist ein fabulierfreudig und sprachmächtig inszeniertes Potpourri anekdotenhafter Episoden, die turbulent und unterhaltsam sind, ohne sich wirklich zu einer schlüssigen oder geradlinig erzählten ›Story‹ zusammenzuschließen. Es ist eine Hommage an die Literatur des Pikaresken.«
ORF (Sabine Dultz)

»Respekt gebührt der wendigen Übersetzerin dafür, dass sie diesen großen Lesespaß ins Deutsche übertragen hat.«
Kreuzer, Leipzig (Franziska Reif)

Biografie – Topol, Jáchym

T
Topol, Jáchym

Jáchym Topol, 1962 in Prag geboren und Sohn des Dramatikers Josef Topol, war nicht nur der Star des literarischen und musikalischen Underground vor 1989 sondern ist auch heute noch der bekannteste tschechische Autor seiner Generation. Als Sechzehnjähriger unterzeichnete er die Charta 77, 1985 begründete er das Underground-Magazin Revolver Revue, seine Zeit als Wehrpflichtiger verbrachte er mit anderen Intellektuellen in der Irrenanstalt, er arbeitete als Heizer und Lagerarbeiter. In den 90er Jahren studierte er Ethnologie und bereiste zwischen 1989 und 1991 als Journalist für die Wochenzeitung Respekt und Drehbuchautor Osteuropa. 1988 erschien in Samizdat sein erster Gedichtband Ich liebe Dich bis zum Irrsinn, 1992/93 folgten Am Dienstag gibt es Krieg und Ausflug zur Bahnhofshalle. Seinen Durchbruch als Schriftsteller hatter er mit dem Roman Die Schwester; es folgten Engel EXIT, Nachtarbeit, Zirkuszone und Die Teufelswerkstatt. Topol lebt in Prag.


Eva Profousová, 1963 in Prag geboren, studierte Bohemistik, Russistik und Osteuropäische Geschichte in Hamburg und Glasgow. Für ihre Übersetzungen aus dem Tschechischen (neben dem Werk Jáchym Topols vor allem Bücher von Radka Denemarková, Jaroslav Rudiš und Michal Viewegh) wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Sie lebt in Berlin.

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