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Exil der frechen Frauen

Cohen, Robert (17.02.2020)
Produktinformationen "Exil der frechen Frauen"
  • Unionsverlag
  • Cohen, Robert
  • 978-3-293-20874-2
  • 17.02.2020
  • 624 Seiten
  • 135 x 210 (B/H)
  • 720
  • Unionsverlag Taschenbücher
  • deutsch
  • ger
  • 3
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Drei rebellische Frauen und ihr Weg durch drei Kontinente – ein monumentaler Epochenroman.

Es beginnt im Berlin der Goldenen Zwanzigerjahre. Die junge Olga Benario befreit ihren Liebhaber aus dem Gefängnis, mit einer ungeladenen Pistole. Hingerissen von dem Schneid ihrer Altersgenossin, gründen zwei Schriftstellerinnen, Maria Osten und Ruth Rewald, einen Verein frecher Frauen.

Keine fünfzehn Jahre später sind die drei Frauen tot. Dazwischen liegen drei Leben, gelebt in Brasilien, Frankreich, Russland, gewidmet dem Widerstand gegen den Faschismus. Zahlreiche berühmte Zeitgenossen kreuzen ihren Weg: Bertolt Brecht, Anna Seghers, Tina Modotti, Claude Lévi-Strauss.

Robert Cohen verfolgt die Lebenswege der drei Frauen, die die Geschichte vergessen hat. Er schöpft aus zahllosen historischen Quellen und verarbeitet sie zu einem monumentalen Epochenroman, der die ganze Welt umspannt.

Rezensionen „Exil der frechen Frauen"

»Anhand der Geschichte bekannter Exilanten konnte Robert Cohen ein detailreiches Gesamtbild dieser Zeit des gewalttätigen Totalitarismus schaffen – spannend, nah an den Personen und zugleich eine Studie der Haltungen und der Psychologie aufgeklärter Menschen im Schatten des Terrors.«
Süddeutsche Zeitung (Rudolf von Bitter)

»Trotz allem Entsetzen über die Zeiten des Todes ist Cohens Roman einer über das Leben, über Frauen, die ihr Erwachsensein gerade begonnen haben, die schriftstellerisch und politisch aktiv sind, die leidenschaftlich streiten, Liebesbeziehungen und Trennungen durchleben, Kinder bekommen, ihr aus dem Rahmen bürgerlicher Konventionen fallendes Leben mit emanzipierten Bedürfnissen verteidigen, Siege und Niederlagen für sich verbuchen. Dem Autor ist ein bemerkenswerter, dichter Roman gelungen, der Geschichte und Geschichten in allen Facetten spiegelt, in den hellsten und schwärzesten.«
Lesart (Joachim Lucchesi)

»Auf über sechshundert Seiten entfaltet Robert Cohen die Leben seiner drei Protagonistinnen, die alle tatsächlich existiert haben, und bewegt sich dabei zwischen Fakten und Fiktion. Die Namen ihrer Gesprächspartnerinnen und -partner sind ein Who’s who der modernen Geistesgeschichte: Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, Anna Seghers, Ernst Busch, Isaak Babel, Alfred Kantorowicz, Claude Lévi-Strauss, Annemarie Schwarzenbach sowie auch beispielsweise die Fotografin Tina Modotti. Mit den politischen und ästhetischen Diskursen des 20. Jahrhunderts setzt sich der Germanistikprofessor Robert Cohen seit Jahrzehnten auseinander; hier konnte er für seinen Roman ›aus dem Vollen schöpfen‹.«
Neue Zürcher Zeitung (Bettina Spoerri)

»Dass dieses Buch geschrieben wurde, ist außerordentlich zu nennen. Es erzählt Geschichte und Geschichten aus einer Epoche, die vergangen ist, Zeit der Aufbrüche und der Verheerungen im letzten Jahrhundert. Die Idee, mit Benario, Rewald, Osten eine wesentliche Periode des 20. Jahrhunderts zu erkunden, hat ein Zeitbild großer Mannigfaltigkeit, Intensität und Tiefe ermöglicht. Der Roman führt vor, wie jenen ›frechen Frauen‹ Unbedingtheit und Ungestüm auf katastrophale Weise ausgetrieben werden, wie sie jedoch ihre Suchbewegungen und ihr widerständiges Leben nicht aufgeben. Robert Cohen gelingt es, von den drei Frauen, von denen nur wenig bekannt war, überzeugende Lebensbilder zu entwerfen.«
Neues Deutschland (Silvia Schlenstedt)

»Cohens Geschichte des kommunistischen Exils am Beispiel dreier Frauen gehört zu den bewegendsten, engagiertesten und differenziertesten Darstellungen linker Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wer sich nach mehr als sechshundert Seiten schmerzhaft von den Protagonistinnen des Buches getrennt hat, wird nicht akzeptieren wollen, dass es sich um eine abgeschlossene Geschichte handelt.«
Zeitschrift für marxistische Erneuerung (Gerd Wiegel)

»Auf realen Gegebenheiten aufbauend, hat Cohen eine monumentale Erzählung geschaffen, die Fakten und Fiktion zu einem spannenden Ganzen verschmilzt. Brillant zeichnet er das Leben der drei Frauen nach und taucht den Leser damit in eine der dunkelsten Epochen der jüngsten Menschheitsgeschichte ein.«
Latizon TV (Ursula Pittrof)

»Robert Cohen zeigt mit diesem Roman, was Literatur sein kann: Der Stachel, der einem taub gewordenen Bewusstsein den Schmerz zufügt, der den Kontakt mit einer schon abgetan geglaubten, der Wahrnehmung entzogenen Vergangenheit wieder herstellt. Es ist unmöglich, diesen Roman zu lesen und nicht Partei zu ergreifen. Er führt vor, was engagiertes Schreiben heute bedeuten kann und gehört zum Besten, was in den letzten zwanzig Jahren geschrieben wurde.«
junge Welt (Peter Jehle)

»Die drei Frauen, Maria Osten, Ruth Rewald und Olga Benario, gehören nicht zu den Großen des Exils, ihre Namen sind längst vergessen. Grund genug, um von ihnen zu erzählen, von ihrem Alltag, von ihren politischen Kämpfen, von ihren Kindern, Männern und Geliebten. Insbesondere aber von ihrer Arbeit als Schriftstellerinnen, von ihren Versuchen, als Künstlerinnen zu sich selbst zu kommen, von ihren Freundschaften mit anderen Künstlerinnen – Schriftstellerinnen und Fotografinnen. Das Wesen dieser drei Lebensgeschichten ist, wie das der ganzen Epoche, das Nomadische. Auf Eisenbahnfahrten, in Flugzeugen und auf Ozeandampfern überqueren die Frauen viele europäische und auch außereuropäische Grenzen, oft illegal, oft unter fremden Namen und mit wechselnder Identität.«
Buch Magazin (Peter Jehle)

»Die Schicksale der drei Frauen zwischen politischem Widerstand und Exil erzählt Cohen packend und auf der Basis solider Recherche. Er macht die ›frechen Frauen‹ wieder lebendig und entreißt sie so der Vergessenheit.«
Medienprofile (Marion Sedelmayer)

»Robert Cohen muss keine Verbindungen weben, um die Geschichte dieser drei außergewöhnlichen Frauen schreiben zu können. Er muss jedoch im Staub des Vergessens wühlen, damit dieses Netz wieder im Tageslicht seine Brillanz zeigen kann.«
aus-erlesen.de (Karsten Koblo)

Biografie – Cohen, Robert

Autorenbild
Cohen, Robert
Robert Cohen, geboren 1941 in Zürich, lebt seit 1980 in den USA. Vor der Hinwendung zur Germanistik studierte er an der staatlichen Filmhochschule in Paris, bis 2012 lehrte er deutsche Literatur an der New York University. Er verfasste zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zur deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts, gab Werke von Peter Weiss und Anna Seghers sowie den Gefängnis- und KZ-Briefwechsel von Olga Benario heraus.

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