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Gott der Barbaren

Thome, Stephan (22.01.2020)
Produktinformationen "Gott der Barbaren"
  • Suhrkamp
  • Thome, Stephan
  • 978-3-518-47025-1
  • ST 5025
  • 22.01.2020
  • Taschenbuch
  • 709 Seiten
  • 119 x 38 x 201 (B/T/H)
  • 540
  • suhrkamp taschenbuch (5025)
  • deutsch
  • 1
  • 7 %
  • Auseinandersetzen
  • Entspannen
  • Eintauchen
  • Taschenbuch
  • Taschenbuch
  • Shortlist Deutscher Buchpreis 2018Der neue Roman des Bestseller-Autors jetzt als Taschenbuch
China, Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine christliche Aufstandsbewegung überzieht das Kaiserreich mit Terror und Zerstörung. Ein junger deutscher Missionar, der bei der Modernisierung des riesigen Reiches helfen will, reist voller Idealismus nach Nanking, um sich ein Bild von der Rebellion zu machen. Dabei gerät er zwischen die Fronten eines Krieges, in dem er am Ende alles zu verlieren droht, was ihm wichtig ist. An den Brennpunkten des Konflikts – in Hongkong, Shanghai, Peking – begegnen wir einem Ensemble so zerrissener wie faszinierender Persönlichkeiten: darunter der britische Sonderbotschafter, der seine inneren Abgründe erst erkennt, als er ihnen nicht mehr entgehen kann, und ein zum Kriegsherrn berufener chinesischer Gelehrter, der so mächtig wird, dass selbst der Kaiser ihn fürchten muss.

Angeführt von einem christlichen Konvertiten, der sich für Gottes zweiten Sohn hält, errichten Rebellen in China einen Gottesstaat, der in verstörender Weise auf die Terrorbewegungen unserer Zeit vorausdeutet. Ein großer und weitblickender Roman über religiösen Fanatismus, über unsere Verführbarkeit und den Verlust an Orientierung in einer sich radikal verändernden Welt.

Rezensionen „Gott der Barbaren"

»Stephan Thomes Roman erzählt gekonnt die turbulente und hochkomplexe Geschichte Chinas aus der Perspektive unterschiedlicher Akteure. ... Aufgrund seiner exzellenten China-Kenntnisse gelingt es dem in Taipeh beheimateten Sinologen ... , ein Kapitel der chinesischen Geschichte erlebbar zu machen, dessen Beschreibung auch für Historiker eine enorme Herausforderung darstellt.«
NZZ am Sonntag (Alexis Schwarzenbach)

» ... man taucht in die Fülle der Figuren und Entwicklungen auch deshalb mit gespannter Aufmerksamkeit ein, weil Stephan Thomes meist schnörkellose, dabei äußerst lebendige Sprache ihren Standpunkt in der Gegenwart nicht verleugnet und letztlich alle Perspektiven miteinander verbindet.«
taz. die tageszeitung (Eva Behrendt)

»Vertraute Aktualitäten spiegeln sich unforciert in der Vergangenheit ... Leichte Verschiebungen des Gewohnten erzielen dabei eine stark demaskierende Wirkung. Thome gelingt das aber umso besser, als er die Geschichte nicht als Mittel zum Zweck nutzt – was zu platten Parallelen führen könnte, hier ist aber nichts platt, alles ist verschlungen und eine Aufforderung zum Denken –, sondern für sich genommen ernst nimmt.«
Frankfurter Rundschau (Judith von Sternburg)

»Stephan Thome hat aus dem unglaublichen Stoff einen Roman gemacht, bei dem auf jeder seiner siebenhundert Seiten die Frage mitschwingt, wie man sich in den verwirrenden Umbruchszeiten heute orientieren kann.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung (Mark Siemons)

»Vor allem aber gelingt es dem Autor, die geheimnisvoll in sich geschlossene und faszinierende Welt des chinesischen Denkens vor Augen zu führen. ... Einerseits ist dieses groß angelegte Buch also eine suggestive Einführung in die chinesische Ästhetik und Geschichtsauffassung, andererseits kann man es aber auch als einen spannenden Abenteuerroman lesen.«
DIE ZEIT (Helmut Böttiger)

» ... ein gewaltiges Buch, das von historischen Ungeheuerlichkeiten in einer Weise berichtet, dass wir, die wir von diesem frühen Grauen nichts wussten und eigentlich auch nichts wissen wollten, mitgerissen werden – und die Parallelen zu unserer Welt von heute, in der immer die anderen die Barbaren sind, ganz von selbst ziehen.«
DER SPIEGEL (Volker Weidermann)

»Gott der Barbaren ist ein meisterhaft komponierter Roman. Thome erzählt konfuzianisch gelassen, kalligraphisch schön, episch ausholend. ... jede der 700 Seiten lohnt sich.«
Badische Zeitung (Martin Halter)

»Der Schriftsteller breitet ein großes, genauestens recherchiertes Epochenpanorama aus und ist zugleich ganz nah bei seinen Protagonisten.«
WDR (Holger Heimann)

»Gute historische Romane – und Der Gott der Barbaren ist ein sehr guter – entfalten bei der Lektüre ihre Bedeutung in mehreren Schichten. Man kann ihn erstens verschlingen wie einen Abenteuerroman ... Man kann, zweitens, Gott der Barbaren politisch lesen als kritischen Beitrag zur Kolonialgeschichte.«
Berner Zeitung (Martin Ebel)

Biografie – Thome, Stephan

Autorenbild
Thome, Stephan

Stephan Thome wurde am 23. Juli 1972 in Biedenkopf, Hessen geboren. Nach dem Zivildienst in einer sozialpsychiatrischen Einrichtung in Marburg studierte er Philosophie, Religionswissenschaft und Sinologie in Berlin, Nanking, Taipeh und Tokio. 2005 erschien unter dem Titel Die Herausforderung des Fremden: Interkulturelle Hermeneutik und konfuzianisches Denken seine Dissertationsschrift. Zur selben Zeit begann er als DFG-Stipendiat am Institut für Chinesische Literatur und Philosophie der Academia Sinica zu arbeiten, wo er über konfuzianische Philosophie des 20. Jahrhunderts forschte. Bis 2011 betätigte er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen Forschungseinrichtungen in Taipeh und übersetzte unter anderem Chun-chieh Huangs Werk Konfuzianismus: Kontinuität und Entwicklung ins Deutsche. Sein Roman Grenzgang gewann 2009 den aspekte-Literaturpreis für das beste Debüt des Jahres und stand – wie auch sein zweiter Roman Fliehkräfte – auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. 2014 wurde Thome von der Akademie der Künste Berlin mit dem Kunstpreis Literatur ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt die Verfilmung des Romans Grenzgang den Grimme-Preis. Seit 2011 lebt und arbeitet Stephan Thome als freier Schriftsteller; derzeit lebt er in Taipeh.

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