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Schnee von gestern, Schnee von morgen

Handke, Peter (15.01.2025)
Produktinformationen "Schnee von gestern, Schnee von morgen"
  • Suhrkamp
  • Handke, Peter
  • 978-3-518-43225-9
  • 15.01.2025
  • Taschenbuch
  • 74 Seiten
  • 124 x 8 x 204 (B/T/H)
  • 124
  • deutsch
  • 1
  • 7 %
  • Entspannen
  • Auseinandersetzen
  • Taschenbuch
  • Taschenbuch
  • Das neue Buch des Literaturnobelpreisträgers
Ein Stück für die Bühne, ein Drama ohne Rednerwechsel, ein Lied ohne Kehrvers Im Gehen trägt er zusammen, was ihm begegnet, Tag für Tag, Schritt für Schritt: zwei Raben zu seinen Füßen, ein angebissener Apfel am Wegrand, der Fliegenschwarm, »der auf der Stelle fliegt«. Dazwischen Gedanken an den durch Weltgeschehen und -geschichte irrenden Odysseus, Erinnerungen an die Schlange am Kindswaldrand, der Klang der Regentropfen im Laub, das Bild der Wolkenschatten. Dann das »Lachen von Kindern am Horizont«, ihr ausgelassenes Spiel, das den Krach am Straßenrand übertönt. Dort findet er den Frieden, den es nicht gibt, »im Mundschwung des Kindes, dort herrscht er«. Bis der eine, der da unentwegt spricht, aufbricht und ein anderer kommentiert: »Angeblich soll er vor einiger Zeit noch gesehen worden sein, als letzter Fahrgast hinten zusammengekauert im allerletzten Nachtbus.« Schnee von gestern, Schnee von morgen ist ein Stück für die Bühne, ein Drama ohne Rednerwechsel, ein Lied ohne Kehrvers. Als ob Peter Handkes Figur sprechend und singend versucht, sich in die Stille einzuhören, also zugleich wegzuhören, Welt und Welterfahrung gerecht zu werden. Der Sprecher fällt sich selbst ins Wort, setzt neu an, und er sammelt nicht nur auf, was ihm im Gehen begegnet, sondern folgt auch den »Nachbildern bei geschlossenen Augen«.

Rezensionen „Schnee von gestern, Schnee von morgen"

»Das Buch liest sich belebend und in vielen Passagen wie ein dramatischer Monolog mit viel innerer Gegenrede ... «
Berliner Zeitung (Thomas Oberender)

»[Handke] tanzt mit der Sprache, er lässt seinen Assoziationen die Zügel schießen.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung (Andreas Kilb)

»Handke ist ein Virtuose der Sprache und der Reflexion, des Spiels mit beiden; ein Dichter, der die Möglichkeiten auslotet, sich auszudrücken, in fein formulierten Bildern und vermeintlichen Wahrheiten, die im nächsten Moment schon wieder angezweifelt werden.«
junge Welt (Gerd Schumann)

»[Eine] radikal entschlackte Kunst, zugeschnitten auf die Wirkung der Stimme, befreit von Tand und Flitter, erleichert um Erlerntes und Methode. ... Ein zärtlicher Nachruf auf einen ewigen Spaziergänger, vielleicht sogar auf sich selbst ...«
DER SPIEGEL (Arno Frank)

»[Schnee von morgen, Schnee von gestern gliedert] sich perfekt in das Spätwerk des großen Autors ein.«
ORF (Arno Frank)

»Ein kleines, kluges Buch.«
Prog & Prosa, Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern (Roland Gutsch)

»Originäre Handke-Literatur zum Lesen, zum Erspüren und Ausdeuten, zum Nachsinnen, zudem ein Stück für die Bühne. … In diesen literarischen Kristallen des Altmeisters gibt es viel zu entdecken.«
SAX Literatur (Michael Ernst)

»Beim Lesen empfinde ich mich ungemein stärker und offener, als ich es gewöhnlich bin. ... Eine Ahnung von Leichtigkeit, jener größten Radikalität, die sich denken lässt.«
neues deutschland (Hans-Dieter Schütt)

»Schnee von gestern, Schnee von morgen legt als Titel die hintersinnige Fährte in den 74-seitigen Text, der – für Prosa eigentlich unmöglich – keinen einzigen schwachen, überzähligen Satz enthält und beglückenderweise nichts mit dem poetisch Armseligen zu tun hat, was ansonsten oft unter literarischer Prosa firmiert.«
Die Presse, Wien (Friederike Gösweiner)

Biografie – Handke, Peter

H
Handke, Peter

Peter Handke wird am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Die Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich; der Vater, ein Deutscher, war in Folge des Zweiten Weltkriegs nach Kärnten gekommen. Zwischen 1954 und 1959 besucht Handke das Gymnasium in Tanzenberg (Kärnten) und das dazugehörige Internat. Nach dem Abitur im Jahr 1961 studiert er in Graz Jura. Im März 1966, Peter Handke hat sein Studium vor der letzten und abschließenden Prüfung abgebrochen, erscheint sein erster Roman Die Hornissen. Im selben Jahr 1966 erfolgt die Inszenierung seines inzwischen legendären Theaterstücks Publikumsbeschimpfung in Frankfurt am Main in der Regie von Claus Peymann.

Seitdem hat er mehr als dreißig Erzählungen und Prosawerke verfasst, erinnert sei an: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter (1970), Wunschloses Unglück (1972), Der kurze Brief zum langen Abschied (1972), Die linkshändige Frau (1976), Das Gewicht der Welt (1977), Langsame Heimkehr (1979), Die Lehre der Sainte-Victoire (1980), Der Chinese des Schmerzes (1983), Die Wiederholung (1986), Versuch über die Müdigkeit (1989), Versuch über die Jukebox (1990), Versuch über den geglückten Tag (1991), Mein Jahr in der Niemandsbucht (1994), Der Bildverlust (2002), Die Morawische Nacht (2008), Der Große Fall (2011), Versuch über den Stillen Ort (2012), Versuch über den Pilznarren (2013).

Auf die Publikumsbeschimpfung 1966 folgt 1968, ebenfalls in Frankfurt am Main uraufgeführt, Kaspar. Von hier spannt sich der Bogen weiter über Der Ritt über den Bodensee 1971), Die Unvernünftigen sterben aus (1974), Über die Dörfer (1981), Das Spiel vom Fragen oder Die Reise zum sonoren Land (1990), Die Stunde da wir nichts voneinander wußten (1992), über den Untertagblues (2004) und Bis daß der Tag euch scheidet (2009) über das dramatische Epos Immer noch Sturm (2011) bis zum Sommerdialog Die schönen Tage von Aranjuez (2012) zu Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße (2016).

Darüber hinaus hat Peter Handke viele Prosawerke und Stücke von Schriftsteller-Kollegen ins Deutsche übertragen: Aus dem Griechischen Stücke von Aischylos, Sophokles und Euripides, aus dem Französischen Emmanuel Bove (unter anderem Meine Freunde), René Char und Francis Ponge, aus dem Amerikanischen Walker Percy.

Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Die Formenvielfalt, die Themenwechsel, die Verwendung unterschiedlichster Gattungen (auch als Lyriker, Essayist, Drehbuchautor und Regisseur ist Peter Handke aufgetreten) erklärte er selbst 2007 mit den Worten: »Ein Künstler ist nur dann ein exemplarischer Mensch, wenn man an seinen Werken erkennen kann, wie das Leben verläuft. Er muß durch drei, vier, zeitweise qualvolle Verwandlungen gehen.«

2019 wurde Peter Handke mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.

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