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Wirtschaft als Denkform

Glauner, Friedrich (01.04.2025)
Produktinformationen "Wirtschaft als Denkform"
  • Metropolis
  • Glauner, Friedrich
  • 978-3-7316-1612-2
  • 01.04.2025
  • 250 Seiten
  • 135 x 208 (B/H)
  • deutsch
  • 1
  • 7 %
  • Verstehen
  • Auseinandersetzen
  • Buch gebunden
  • Hardcover
Der Siegeszug des Kapitalismus verdankt sich einer weithin verkannten Ursache. Nicht der findige Geschäftssinn der den eigenen Vorteil suchenden Wirtschaftsakteure ist die eigentliche Triebkraft, vielmehr sind es die geistigen Errungenschaften des abendländischen Denkens. Denn im ökonomischen Denken haben sich die Aufklärung, die subjektphilosophische Vorstellung vom Vorrang des Individuums sowie das mechanistische Machbarkeitsdenken der Naturwissenschaften zu einer wirkmächtigen Religion zusammengefügt. Deren Kernbotschaft lautet: Wohlstand und Freiheit beflügeln einander. Das ökonomische Handeln ist in dieser Selbsterzählung der Modus, in dem die menschliche Selbstbestimmung zu sich selbst gelangt. Es ist die Heilsgeschichte, die besagt, dass wir die Welt dort zum Besseren wenden, wo wir unsere Belange am Maßstab der ökonomischen Vernunft ausrichten. Sie lehrt uns, dass alles messbar, beherrschbar und einem Fortschritt – Synonym für Wachstum und unbegrenzte Ausdehnung – unterworfen sei, der vom Menschen zu gestalten ist.

In der Entfaltung des Aufstiegs des Kapitaldenkens zur Freiheitsreligion der Wohlstandsmehrung beschreibt das Buch drei Befunde: Erstens, wie es Zug um Zug alle anderen ehemals nichtökonomischen Bereiche der Lebenswelt (Liebe, Kunst, Kultur, Religion, Moral …) überwölben konnte und wie dabei auch viele der heutigen Wertediskurse in wirkmächtige Kapitalschöpfungspraktiken umschlugen. Zweitens, weshalb sich von Europa ausgehend das Prinzip der ökonomischen Rationalität auch dort als das Leitprinzip des menschlichen Handelns durchgesetzt hat, wo sich die abendländischen Ideen der Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nicht verankern konnten. Drittens, warum viele der legitimen Kritiken am zerstörerischen Potenzial des Kapitalismus zu kurz greifen. Zumeist stehen diese Kritiken selbst in der gleichen Denktradition, die den Triumphzug des Kapitalismus erst ermöglicht hat, und entpuppen sich häufig nicht als Mittel gegen, sondern als weitere Treiber für die negativen Entwicklungen, die mit unseren derzeitigen Kapitalpraktiken verbunden sind.

Vor dem Hintergrund dieser Befunde gibt das Buch zudem Hinweise, wie wir unser Wirtschaften neu ausrichten können, sodass es zur Lösung der Probleme beiträgt, welche wir mit unseren heutigen Wirtschaftspraktiken verursachen.

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