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Produktinformationen "Babyn Jar"
  • Matthes & Seitz Berlin
  • Kusnezow, Anatoli
  • Körner, Christiane
  • 978-3-7518-1042-5
  • 15.01.2026
  • Hardcover
  • 520 Seiten
  • 145 x 45 x 220 (B/T/H)
  • 771
  • deutsch
  • rus
  • 1. Auflage
  • 7 %
  • Auseinandersetzen
  • Buch gebunden
  • Hardcover
  • Neu übersetzt und mit Begleittexten zur Aktualität dieses erschütternden, einzigartigen Romandokuments

»Alles in diesem Buch ist wahr« – mit diesen Worten beginnt Anatoli Kusnezows literarisches Dokument über eines der furchtbarsten Verbrechen der deutschen Besatzung: das Massaker von Babyn Jar. Im September 1941 wurden in einer Schlucht nahe Kyjiw innerhalb von zwei Tagen mehr als 33 000 jüdische Männer, Frauen und Kinder von den Nationalsozialisten ermordet. Kusnezow, damals zwölf Jahre alt, erlebte den deutschen Einmarsch, die Terrorherrschaft der Besatzer und die Rückeroberung durch die Rote Armee aus nächster Nähe. Jahrzehnte später schuf er mit Babyn Jar ein Werk, das von hemmungslosen Grausamkeiten erzählt, von Hunger, Angst und Überleben. 

In der Sowjetunion wurde Babyn Jar zensiert, erst nach Kusnezows Flucht in den Westen konnte der Text in vollständiger Fassung erscheinen – mit jenen Passagen, die gestrichen worden waren, und jenen, die er sich damals selbst nicht zu schreiben getraut hatte. Die Neuübersetzung von Christiane Körner macht das Werk erstmals in seiner ganzen sprachlichen und historischen Dringlichkeit zugänglich. Der Historiker Bert Hoppe zeichnet in seinem Nachwort die geschichtlichen Ereignisse nach, während sich die Autorin Kateryna Mishchenko mit Kusnezows Werk vor dem Hintergrund der russischen Invasion in der Ukraine 2022 auseinandersetzt und so eine neue Lesart dieses erschütternden Dokuments der Zeitgeschichte eröffnet.

Rezensionen „Babyn Jar"

»Zwar heißt es zuletzt, 'Babyn Jar gibt es nicht mehr', doch Anatoli Kusnezows [ ] Buch erinnert höchst eindringlich daran, was damals geschehen ist.« - Erich Klein, Falter
Falter (Erich Klein)

»In der Heussenstamm-Location stimmten Performanz und Text überein: es blieb gegenüber dem historischen Ereignis alles Skizze, die gelesenen Worte wie der beinahe hastige Aufbruch danach.« Christian Geyer, FAZ
FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung online (Christian Geyer)

Biografie – Kusnezow, Anatoli

K
Kusnezow, Anatoli

Anatolij Kusnezow war 12 Jahre alt, als die Armee Hitlers 1941 in Kiew einmarschierte. Diese Besatzungszeit seiner Heimatstadt und der ihr folgende Umschwung gingen in ihm ein. Die traumatisierende Erinnerung an diese Jahre verließ ihn nie. Sie findet ihren Inbegriff in der »Weiberschlucht«, Babij Jar, die Schauplatz unvorstellbaren Grauens wurde. Für Kunezow wurde sie zum Zeichen des grenzenlosen Vernichtungswillen des Menschen und des Aberwitzes des Krieges. Als es ihm endlich gelungen war, seine Erlebnisse niederzuschreiben, erschien das Buch, von der Zensur völlig verstümmelt, 1966 in der Sowjetunion. Nicht zuletzt der Wille, sein Roman-Dokument unverfälscht zu veröffentlichen, führte zu seiner Flucht nach England. 1970 konnte Babij Jar im Westen auf Russisch in erweiteter Form erscheinen. Kusnezow hatte sowohl die zensierten Stellen als auch jene, die der inneren Zensur 1966 zum Opfer gefallen waren, wieder eingefügt und im Text kenntlich gemacht.

Christiane Körner lebt als Übersetzerin und Publizistin in Frankfurt am Main. Sie hat Autoren wie Lidia Ginsburg, Alissa Ganijewa, Wassili Grossman und Dmitri Prigow ins Deutsche übertragen. 2017 erhielt sie den Paul-Celan-Preis für ihr Gesamtwerk. 

Bert Hoppe ist Historiker und forscht vor allem zur deutschen und sowjetischen Zeitgeschichte. Nach Büchern über die Nachkriegsgeschichte von Königsberg/Kaliningrad, zur Komintern und zum Holocaust in den besetzen sowjetischen Gebieten schreibt er derzeit eine Monografie über Kyjiw in den 1930er/40er Jahren. 

Kateryna Mishchenko, geboren 1984 in Poltawa, ist Essayistin, Übersetzerin und Mitbegründerin des Verlags Medusa in Kyjiw. Sie arbeitete als Dolmetscherin im menschenrechtlichen Bereich und war Mitbegründerin der Zeitschrift für Literatur, Kunst und Gesellschaftskritik Prostory. Ihre Essays sind in Zeitschriften, Anthologien und als Buch erschienen: Ukrainische Nacht (2015) und Aus dem Nebel des Krieges: Die Gegenwart der Ukraine, herausgegeben von Katharina Raabe und Kateryna Mishchenko (2023).

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