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Kriegsfibel 2023

Kluge, Alexander (19.04.2023)
Produktinformationen "Kriegsfibel 2023"
  • Suhrkamp
  • Kluge, Alexander
  • 978-3-518-43153-5
  • 19.04.2023
  • Hardcover
  • 126 Seiten
  • 126 x 18 x 204 (B/T/H)
  • 240
  • deutsch
  • 1
  • 7 %
  • Auseinandersetzen
  • Buch gebunden
  • Hardcover
  • Über Kriege und das Wesen des Krieges in Geschichten, Bildern und FilmsequenzenAlexander Kluges humanitäres Wort zu einem Krieg, der uns alle erreicht

»Der Krieg ist wieder da.« Mit dieser ersten von sechs Stationen beginnt Alexander Kluge sein neuestes Buch, veranlasst durch einen Angriffskrieg, der zunächst auf europäischem Schauplatz, aber mit globaler Wirkung geführt wird. Der Autor zielt damit weder auf eine Parteinahme noch auf einen Appell. Vielmehr geht es ihm um den »Maulwurf Krieg«, um dessen zähes und oft unterirdisches Überleben, um das, was er aus Menschen macht und zu welchem Eigenleben er imstande ist.

Was der Autor, nach ikonischem Vorbild, im Schilde führt: eine Fibel. Für diese formuliert er einfache Geschichten und unterlegt sie mit Bildmontagen und Filmsequenzen. Zehn Jahre war der Autor alt, als er – auf der Schulbank und mit dem Finger auf der Landkarte – deutsche Panzer auf der Fahrt nach Stalingrad verfolgte. In der ganzen Zwischenzeit bis zu seinem 91. Geburtstag im Februar 2023 hat dieser »Chronist der Gefühle« die Kostümierungen des Krieges immer wieder studiert: Krieg ist sterblich, aber er stirbt nicht schnell. Wie können wir auf seine Zumutungen antworten?

»Die Unmöglichkeit, nicht zu weinen«, das ist eine unserer Stärken, heißt es in der sechsten und letzten Station des Buches. Das Versteinerte und der Charakterpanzer in uns sind eine Täuschung. Tränen in unseren Augen machen blind, aber auch hellsichtig. Wir Menschen sind für den Krieg ungeeignete Geschöpfe. Doch unsere Schwäche enthält eine Hoffnung.

Rezensionen „Kriegsfibel 2023"

»Kluge hilft lernen, und doch bleibt die Entwicklung von so etwas wie Verständnis eine unabgeschlossene Aufgabe.«
neues deutschland (Erik Zielke)

»Dort wie in seinen Büchern und nun in der Kriegsfibel zeigt sich Kluge auch als Meister eines anderen Erzählens: assoziativ, sprunghaft, fließend und doch nie ohne Zusammenhang ...«
Süddeutsche Zeitung (Joachim Käppner)

»Was man aus dieser kreativen Lektüre mitnimmt, sind Bruchstücke. Vieles geht einem nicht mehr aus dem Kopf.«
Deutschlandfunk Kultur - LESART (Sieglinde Geisel)

»Ein denkwürdiges Plädoyer für den Frieden.«
News (Sieglinde Geisel)

»Als Denkanregung über das Wesen von Kriegen, deren tödliche Dynamik sich zunehmend menschheitsgefährdend darstellt, ist Alexander Kluges Kriegsfibel 2023 ... absolut empfehlenswert.«
Deutschlandfunk (Angela Gutzeit)

»Mit der Fibel erleben wir den Krieg anders, als er in Talk- Runden diskutiert wird. Wir entdecken seine Wurzeln in Geschichte und Geschichten.«
Nürnberger Nachrichten (Herbert Heinzelmann)

»Beeindruckend bei Alexander Kluge: Er scheut sich auch mit seinen 91 Jahren nicht, mit dem Denken immer wieder neu anzusetzen.«
Badische Zeitung (Ulrich Rüdenauer)

»[D]as Buch der Stunde.«
literaturkritik.de (Ulrich Klappstein)

Biografie – Kluge, Alexander

K
Kluge, Alexander

Alexander Kluge, geboren 1932 in Halberstadt, war Jurist, Autor, Filme- und Ausstellungsmacher; von sich selbst sagte Kluge jedoch: »Mein Hauptwerk sind meine Bücher.« Für sein Werk erhielt er viele Preise, darunter den Georg-Büchner-Preis und den Theodor-W.-Adorno-Preis, Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf und 2019 den Klopstock-Preis der Stadt Halberstadt. Alexander Kluge verstarb am 25. März 2026 in München.

»Ich bin und bleibe in erster Linie ein Buchautor, auch wenn ich Filme hergestellt habe oder Fernsehmagazine. Das liegt daran, daß Bücher Geduld haben und warten können, da das Wort die einzige Aufbewahrungsform menschlicher Erfahrung darstellt, die von der Zeit unabhängig ist und nicht in den Lebensläufen einzelner Menschen eingekerkert bleibt. Die Bücher sind ein großzügiges Medium und ich trauere noch heute, wenn ich daran denke, daß die Bibliothek in Alexandria verbrannte. Ich fühle in mir eine spontane Lust, die Bücher neu zu schreiben, die damals untergingen.«
Alexander Kluge (Dankesrede zum Heinrich-Böll-Preis, 1993)

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