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Produktinformationen "Opfer"
  • Hanser, Carl
  • Lotter, Maria-Sibylla
  • 978-3-446-28227-8
  • 505/28227
  • 17.03.2026
  • Hardcover
  • 288 Seiten
  • 133 x 24 x 211 (B/T/H)
  • 383
  • deutsch
  • 1
  • 7 %
  • Auseinandersetzen
  • Verstehen
  • Buch gebunden
  • Hardcover

Maria-Sibylla Lotter analysiert in diesem philosophischen Essay das Phänomen der Opferidentität in der modernen Gesellschaft und hinterfragt, wie sich unser Umgang mit Verletzlichkeit, Schuld und Trauma gewandelt hat. Sie beleuchtet die kulturelle Verschiebung von Heroismus zu Empathie und untersucht kritisch, welche psychologischen und sozialen Auswirkungen die zeitgenössische Opferkultur mit sich bringt. Ein nachdenklich machendes Werk für alle, die verstehen möchten, wie Erinnerungskultur und Trauma unsere Gesellschaft prägen.

  • Wie kommt es, dass immer häufiger von Opfern und Verwundbarkeit die Rede ist?
  • Was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn sich immer mehr Menschen als Opfer erleben?
  • Maria-Sibylla Lotter plädiert dafür, mit starken Begriffen sorgfältig umzugehen.
Was bedeutete es in der heutigen Gesellschaft, die Opferrolle zu erleben und Verwundbarkeit zu zeigen? Schwäche zu zeigen galt lange als Tabu. Heute kann, wer sich als Opfer sieht, mit Aufmerksamkeit und Empathie rechnen. Sieger und Helden taugen nicht mehr selbstverständlich als Vorbilder. Die Philosophin Maria-Sibylla Lotter erklärt diesen Wandel mit der weiten Verbreitung psychotherapeutischen Denkens und den vielfältigen Formen der Erinnerung an die Opfer politischer Gewalt. Damit wird die Gesellschaft menschlicher, geht aber das Risiko ein, dass Menschen in der Opferrolle Handlungsfähigkeit und Autonomie einbüßen. Reden wir allzu schnell von Opfern? Müssen wir uns darin üben, Konflikte und Verletzungen als unvermeidliche Erfahrungen zu akzeptieren? Maria-Sibylla Lotter wirft einen kühlen Blick auf eine aufgeregte Debatte.

Rezensionen „Opfer"

»Ein kluges und differenziertes Buch«. Oliver Pfohlmann, Neue Zürcher Zeitung, 04.06.26 »Lotter argumentiert unaufgeregt, nüchtern, kenntnisreich und ausgewogen; sie stützt sich auf gut dokumentiertes empirisches Material, durch das viele Mythen, die sich um den Opfer- und Traumabegriff ranken, korrigiert werden. Sie verzichtet auf Polemik - das ist nicht nur bei diesem Thema selten geworden. Lesenswert!« Konrad Paul Liessmann, Cicero, 01.06.26 »Lotter betreibt kein Opfer-Bashing und sie stellt auch keinesfalls in Abrede, dass es Opfer gibt. Es geht ihr um kulturelle Bilder und Denkgewohnheiten und um die Frage, welche Folgen das erhöhte Bewusstsein der Gegenwart für Verwundbarkeit hat. Und so inspiziert sie nacheinander die Bereiche, in denen der gesellschaftliche Diskurs regelmäßig Opferdynamiken erkennt: Mobbing beispielsweise, Rassismus, Gewaltverbrechen, Hate Speech.« Renate Kraft, die tageszeitung, 16.05.26 »Lesenswert ist dieses Buch, weil es noch einmal klar den Entwicklungsgang der moralischen Transformation zusammenfasst und plausibel analysiert. Wohltuend ist es, dass die Autorin Klartext redet.« Andrea Roedig, ORF Kontext, 10.04.26 »Immer öfter wird Verwundbarkeit zum Wesensmerkmal einer Identität. Die Freiburger Philosophin Maria-Sibylla Lotter erforscht die Gründe dafür.« Johannes Bruggaier, Südkurier, 22.04.26


Biografie – Lotter, Maria-Sibylla

L
Lotter, Maria-Sibylla
Maria-Sibylla Lotter, geboren 1961 in Kassel, studierte in Freiburg, Berlin und St. Louis Philosophie, Religionswissenschaft und Ethnologie. 2010 habilitierte sie sich in Zürich, seit 2014 ist sie an der Ruhr-Universität Bochum Professorin für Ethik und Ästhetik. Daneben schreibt sie regelmäßig für die NZZ und Die Zeit. Sie lebt in Freiburg.
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