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Produktinformationen "Rot und Weiß"
  • AB - Die Andere Bibliothek
  • Roth, Joseph
  • 978-3-8477-2046-1
  • 25.05.2022
  • 336 Seiten
  • 121 x 31 x 213 (B/T/H)
  • 464
  • Die Andere Bibliothek (446)
  • deutsch
  • 1. Auflage
  • 7 %
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  • Buch gebunden
  • Hardcover

Wir folgen Joseph Roth auf seinen die Welten verbindenden Wanderungen zwischen Ost und West, zwischen habsburgischem Galizien und der weißen Glut Südfrankreichs.

»Ich habe die weissen Städte so wiedergefunden, wie ich sie in den Träumen gesehn hatte.«

Von Lyon über Vienne, Les Baux, Nîmes, Avignon und Arles, Tarascon nach Marseille – mit dreißig Jahren geht Joseph Roth den klingenden Namen der Sehnsuchtsorte seiner Jugend nach, sein frühester Traum erfüllt sich und er wird dort, wo er nie war, »wieder ein Kind«. Ausgestattet mit einem Reportageauftrag der »Frankfurter Zeitung« geht Roth 1925 auf eine Reise durch den französischen Midi: »Die weißen Städte« des unteren Rhônetals und der Provence mit Marseille sind sein Ziel. Es sind die Orte, in die er sich als Kind aus dem galizischen Schtetl Brody gewünscht hat.

Was er als Reisebuch unter dem Titel Die weißen Städte komponiert, sollte so nie gedruckt werden. Das Buch, ein Schlüsselwerk Joseph Roths, erhält sich bloß als Typoskript. Auch in den späteren Werkausgaben und Anthologien findet es entweder entstellt oder nur in anteiliger Überlieferung Aufnahme. Nun werden Die weißen Städte erstmals vollständig, anhand des im Literaturarchiv Marbach verwahrten Typoskripts von Roths letzter Hand veröffentlicht. Wie Joseph Roth auf seiner Reise durch Südfrankreich eine Traumreise in ost-westlicher Richtung reflektiert, hatte er zuvor die umgekehrte Route genommen: 1927 erscheint sein Großessay über das Ostjudentum Juden auf Wanderschaft, geschrieben für »Westeuropäer, die auf ihre sauberen Matratzen nicht stolz sind«.

Von galizischen Städten und dunklen Bethäusern – aber auch von Ostjuden in den westeuropäischen Ghettos von Paris, Wien und Berlin schreibt Roth. In der Zusammenschau mit den Weißen Städten, mit denen die Juden auf Wanderschaft vielfach korrespondieren, finden wir uns in der zentralen Stelle von Joseph Roths Werk, zwischen persönlichem Essay und literarischem Schreiben, zwischen der Feuilleton-Gewitztheit des Journalisten und der Poetik des Prosadichters.

Volker Breidecker führt durch beide Texte, reichert sie an durch Lektüren von Briefen an Freunde und Zeitgenossen, unveröffentlichten Texten aus den Archiven und entdeckt uns durch die tiefe Kennerschaft der Materialien in einem biographischen Essay den Joseph Roth der 1920er-Jahre.

Rezensionen „Rot und Weiß"

»Volker Breideckers Essay, ein kluger, gewichtiger Beitrag zur Joseph-Roth- Forschung, steckt voller subtiler Beobachtungen und Assoziationen[...].«
EXIL

"Joseph Roth als Reporter und Essayisten in einem Stück, in einem sehr schön gemachten Band."
RBB Kulturradio (Katharina Döbler)

"Ein ganz eigenartig aktuelles Buch. (...) Ein glühender europäischer Geist. (...) Berührend, brisant und beunruhigend."
Podcast (Janika Gelinek)

"Von der Rhône bis in die Provence, von Lyon nach Marseille durfte Joseph Roth 1925 als Reporter der "Frankfurter Zeitung" reisen. Endlich! Das literarische Ergebnis, immer noch lesenswert."
Nürnberger Nachrichten (Wolf Ebersberger)

"Mit dieser Ausgabe lässt sich Joseph Roth einmal mehr als feinfühliger Beobachter des Alltäglichen entdecken, der immer auch ein Seismograph politischer Entwicklungen war."
Das Blättchen (Mathias Iven)

Es ist, nicht zuletzt auch dank Joseph Roths stilistischer Eleganz, ein von leisem Wehmut angereichertes Vergnügen, diese mit Sehnsucht aufgeladenen Texte zu lesen.
SWR 2 (Mathias Iven)

"Beides noch immer taufrisch, obwohl die Welt, von der er da erzählte, längst nicht mehr existiert."
der Freitag (Erhard Schütz)

"In Roths Texten finden sich Zeitkolorit, biografische Erzählungen und politische Hintergründe wieder."
Lübecker Nachrichten (Erhard Schütz)

"Roths Prosa liest sich noch immer immens lebendig und frisch. (...) [Es] zeigt den am Ende seines Lebens an Europa verzweifelnden Autor als großen Europäer."
Buchkultur (Erhard Schütz)

Biografie – Roth, Joseph

R
Roth, Joseph

Geboren am 2. September 1894 in Brody/Ostgalizien als Sohn jüdischer Eltern. Nach einem Germanistik-Studium in Wien nahm er als österreichischer Offizier am Ersten Weltkrieg teil. 1919 begann er seine journalistische Karriere bei der Wiener Tageszeitung "Der neue Tag". 1920 übersiedelte er nach Berlin und entwickelte sich dort als Feuilletonist, Reiseschriftsteller und Essayist zu einem der glänzendsten Stilisten des deutschsprachigen Raums. Als Romancier und Novellist gehört er mit seinen Romanen "Hotel Savoy" (1924), "Hiob" (1930), "Radetzkymarsch" (1932), "Die Kapuzinergruft" (1938) zu den bedeutendsten deutschsprachigen Autoren der zwanziger Jahre und des Exils. Als Roths Frau Friedl 1928, sechs Jahre nach der Hochzeit, an Schizophrenie erkrankte, hatte dies schwere Schuldgefühle und eine desolate finanzielle Situation für Joseph Roth zur Folge. Er wurde zum Trinker und starb 1939 im Pariser Exil im Alter von nur 45 Jahren. © Verlag Kiepenheuer und Witsch

Volker Breidecker, geb. 1952 in Mainz, ist als Literaturwissenschaftler und Publizist einer der besten Kenner Joseph Roths und seiner Zeitgenossen. Für die Andere Bibliothek erschloss er Leben, Werk und Schicksal von Grete De Francesco in ihrer wiederentdeckten Studie Die Macht des Charlatans (Band 434, Februar 2021).

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