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Produktinformationen "Die Gespenster von Demmin"
  • Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
  • Keßler, Verena
  • 978-3-446-26784-8
  • 516/26784
  • 17.08.2020
  • Hardcover
  • 240 Seiten
  • 133 x 23 x 210 (B/T/H)
  • 366
  • deutsch
  • 6
  • 7 %
  • Entspannen
  • Buch gebunden
  • Hardcover

Verena Keßlers Debüt verbindet die persönliche Geschichte einer Heranwachsenden mit dem historischen Trauma einer Stadt: Larry wächst in Demmin auf, wo das kollektive Trauma des Kriegsendes bis in die Gegenwart nachwirkt. Der Roman erforscht, wie Geschichte in Familien weitergegeben wird und wie sie das Erwachsenwerden prägt – zwischen Trauer, erster Liebe und der Suche nach Halt in einer zerrütteten Welt.

  • In Demmin fand der größte Massenselbstmord deutscher Geschichte statt – ein Thema, das bisher noch nie literarisch verarbeitet wurde
  • Ein erfrischendes Debüt über die Haltlosigkeit des Erwachsenwerdens und die Frage, wie sehr die Geschichte unsere Gegenwart bestimmt
  • "Verena Keßlers Roman über eine kollektive Tragödie schafft es, durch die Gegenüberstellung von Vergangenheit und Gegenwart einen Eindruck davon zu vermitteln, was wir Geschichte nennen." - Lukas Rietzschel
Wie sehr bestimmt die Geschichte unsere Gegenwart? Verena Keßlers Debüt über die Haltlosigkeit des Erwachsenwerdens „brummt nur so vor Lebendigkeit. Traurig, witzig, abgründig – Bombe!“ Stefanie de Velasco Larry lebt in einer Stadt mit besonderer Geschichte – Ende des Zweiten Weltkriegs fand in Demmin der größte Massensuizid der deutschen Geschichte statt. Für Larry ist ihre Heimatstadt aber vor allem eins: langweilig. Sie will so schnell wie möglich raus in die Welt und Kriegsreporterin werden. Während Larry mit den Unzumutbarkeiten des Erwachsenwerdens kämpft, steht einer alten Frau der Umzug ins Seniorenheim bevor. Beim Aussortieren ihres Hausstands erinnert sie sich an das Kriegsende in Demmin und trifft eine folgenschwere Entscheidung. Mit Leichtigkeit und Witz erzählt Verena Keßler von Trauer und Einsamkeit, von Freundschaft und der ersten Liebe. Ein Roman über die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen und die Möglichkeit, sie zu überwinden.

Rezensionen „Die Gespenster von Demmin"

"In seinem Jugendbuchton spricht der Roman trotz loser Enden ganz leise Themen wie Tod, NS-Verbrechen, Schuld, vergehende Zeit und Generationenkonflikte auf emotionaler Ebene an, setzt sie in Beziehung, ohne zu relativieren oder sich in Befindlichkeiten zu verlieren." Nicolas Freund, Süddeutsche Zeitung, 4.2.2021 "Die Stärke des Buchs besteht darin, dass es literarisch überzeugend zeigt, wie die dunkle Vergangenheit das Leben der Menschen bis heute prägt. ... Verena Keßler gelingt es, die Geschichten der beiden Frauen unaufdringlich miteinander in Beziehung zu setzen – die schwere historische Last mit der Leichtfüßigkeit des Teenagerlebens." Felix Münger, SRF 1, 13.12.20 "Das ist alles mit sicherer Hand, klarem Blick, perfektem Timing, schmucklos, stringent und präzise gemacht. Wie Keßler sich hineindenkt in die Welt einer Fünfzehnjährigen, das zeugt von Empathie und exakter Beobachtung. … Durch Schlichtheit und Genauigkeit gelingt Keßler mit diesem Roman-Erstling ein Buch, das schön ist, weil es nicht groß sein will." Jan Brachmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.11.20 "Die Gespenster von Demmin erzählen von diesem diffusen Unwohlsein, das entsteht, wenn das Gestern auf dem Heute lastet. Verena Keßler gelingt es auf sehr berührende Weise, dieses Gefühl in Sprache zu gießen ... Die Sprache ist so sparsam, Worte und Bilder sind so treffend und wohl dosiert und die Struktur des Romans ist so gut durchdacht, dass einfach alles stimmt." Änne Seidel, Deutschlandfunk Büchermarkt, 20.10.20 "Verena Kessler erzählt auf zart-zupackende Weise, ohne Sentimentalität, ohne Schuldzuschreibungen ... Wie die Autorin erzählerisch und reflektierend das Heute mit dem Gestern verknüpft, ist faszinierend. In einer klaren, fast lakonischen Sprache, in der jedes Wort sitzt, schafft sie gleichzeitig Distanz und Nähe." Bettina Ruczynski, Sächsische Zeitung, 13.10.20 „Mich hat dieser Roman sehr beeindruckt und berührt. … Verena Keßler schreibt gegen die Verdrängung des Todes an und sie tut das mit einer erheblichen Leichtigkeit. … Für mich war das einer der wenigen literarischen Lichtblicke in diesem eher tristen Herbst.“ Thea Dorn, ZDF Literarisches Quartett, 09.10.20 „Ich finde das ein sehr, sehr gutes Debüt. … Mein Herz schlug sofort für diese Figur, diese Art von völlig unkitschiger Tapferkeit finde ich klasse! … Das Wissen um das Psychologische zittert in diesem Buch mit einer großartigen Dringlichkeit, die mich sehr berührt hat.“ Sibylle Lewitscharoff, ZDF Literarisches Quartett, 09.10.20 „Die Menschen werden als Grenzgänger gezeichnet, immer zwischen Leben und möglichem Tod changierend. … Eigentlich tragisch, aber mit einer großen Liebe zum Überlebenskampf. … Das Menschliche wird hochgehalten und abgefeiert.“ Juli Zeh, ZDF Literarisches Quartett, 09.10.20 „'Die Gespenster von Demmin' sind überall im gleichnamigen Debütroman von Verena Keßler: Sie spuken durch Keller und Familien, erschrecken Zeitzeugen und legen sich wie Grauschleier über die Gegenwart. … Verena Keßlers Roman ist ein Plädoyer dafür, die Geschichte nicht allzu einfach wegzuerinnern.“ Julia Lorenz, taz, 19.09.20 „Der Roman ist eine beeindruckende Coming-of-Age Story und eine klug komponierte Geschichte von Tod, Trauer und auch Lebensmut – ein echter Wurf!“ Natascha Geier, NDR Kulturjournal, 31.08.20 „Der Roman gewinnt Tiefe und Dringlichkeit durch diese makabren Echos aus der Vergangenheit, die immer beklemmender in die Gegenwartsebene des Romans hinein hallen. Ich muss sagen, das ist schon sehr gut gemacht! 'Die Gespenster von Demmin' hätten es mehr als verdient, auf die Longlist zum Deutschen Buchpreis zu kommen.“ Sigrid Löffler, Radio Bremen, 30.08.20 „Der schwarze Trauerschwan auf dem Cover ist das Totemtier dieses beeindruckenden Debüts, das ein klassischer Coming-of-Age-Roman ist… Es ist nicht ohne Risiko, kollektive, historische Traumata mit persönlichen Erfahrungen kurzzuschließen, die Toten vom Mai ’45 mit dem verstorbenen Bruder und jugendlichen Selbstmordfantasien auch motivisch eng zu verbinden. Verena Keßler gelingt der Spagat mit Leichtigkeit, auch weil sie den Teenager-Sound nicht überzieht.“ Richard Kämmerlings, Welt am Sonntag, 16.08.20


Biografie – Keßler, Verena

K
Keßler, Verena
Verena Keßler, geboren 1988 in Hamburg, lebt in Leipzig, wo sie am Deutschen Literaturinstitut studierte. Ihr Debütroman Die Gespenster von Demmin wurde für zahlreiche Preise nominiert und mit dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihr bei Hanser Berlin der Roman Eva, für den sie den Literaturpreis „Der zweite Roman“ erhielt.
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