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Feuerpause

Zhadan, Serhij (01.10.2025)
Produktinformationen "Feuerpause"
  • Suhrkamp
  • Zhadan, Serhij
  • Anton, Sebastian & Kolomiitseva, Anna
  • 978-3-518-43264-8
  • 01.10.2025
  • Taschenbuch
  • 200 Seiten
  • 125 x 15 x 190 (B/T/H)
  • 209
  • deutsch
  • Chlibne Peremyrja
  • ukr
  • Deutsche Erstausgabe
  • 7 %
  • Auseinandersetzen
  • Entspannen
  • Taschenbuch
  • Taschenbuch
  • Das erste Theaterstück von Serhij Zhadan in deutscher ÜbersetzungDer Krieg sprengt die Infrastruktur des Miteinanders. Das zeigt Zhadan schonungslos, aber humorvoll.

Feuerpause ist Serhij Zhadans erstes originäres Theaterstück, das ins Deutsche übersetzt wurde. Das Stück spielt im Sommer 2014 im Donbass, wo die Ukraine von bewaffneten Truppen attackiert wird. Zhadan hat bereits in seinen Romanen, die vielfach für die Bühne adaptiert wurden (Internat, Die Erfindung des Jazz im Donbass), diese Anfangsphase des russischen Kriegs gegen die Ukraine eindrücklich zum Thema gemacht. Mit großer Lakonie und Situationskomik erschafft Zhadan eine atmosphärisch dichte Situation, in der seine Figuren einander nicht mehr ausweichen können. Sie werden zu einer von Feindseligkeiten durchsetzten Schicksalsgemeinschaft.

Der Tod bringt alle zusammen: Die verstorbene Mutter liegt oben im Schlafzimmer, in der Küche treffen die beiden Brüder nach langer Zeit wieder aufeinander. Anton, der Ältere, hat das Weite gesucht. Der Jüngere, Tolik, ist geblieben, dem schwelenden Krieg und den zunehmend prekären Verhältnissen zum Trotz. Doch nun wurde die Brücke gesprengt, das Postamt zerstört, die Felder in Brand gesteckt, die Wasserversorgung gekappt. Die Hitze nimmt zu. Es klopft an der Tür, herein tritt Tante Schura, in Begleitung zweier Frauen, zum Aufräumen und zur Totenwaschung. Immer wieder klopft es, immer mehr Leute aus der Ortschaft treten ein, das Haus der Toten füllt sich mit Leben, es wird zu einer Zuflucht und Falle zugleich. Sie alle misstrauen einander, haben sich gegenseitig ausspioniert und verraten. Wie spricht man miteinander, wenn auch die Sprache kaputt und die Fähigkeit, einander zu verstehen, in der Vorkriegszeit verschollen ist?

Rezensionen „Feuerpause"

»So nah wie Zhadan kommt dem Bertolt-Brecht-Theater gegenwärtig niemand. Feuerpause ist ein eindringlicher Text.«
Deutschlandfunk Kultur (Beate Tröger)

Biografie – Zhadan, Serhij

Z
Zhadan, Serhij

Serhij Zhadan, 1974 im Gebiet Luhansk/Ostukraine geboren, studierte Germanistik, promovierte über den ukrainischen Futurismus und gehört seit 1991 zu den prägenden Figuren der jungen Szene in Charkiw. Er debütierte als 17-Jähriger und publizierte zwölf Gedichtbände und sieben Prosawerke. Für Die Erfindung des Jazz im Donbass wurde er mit dem Jan-Michalski-Literaturpreis und mit dem Brücke-Berlin-Preis 2014 ausgezeichnet (zusammen mit Juri Durkot und Sabine Stöhr). Die BBC kürte das Werk zum »Buch des Jahrzehnts«. 2022 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Zhadan lebt in Charkiw und ist seit Mai 2024 Soldat.


Sebastian Anton wurde 1983 in Kyjiw geboren und lebt seit 1991 in Deutschland. Nach dem Abitur in Bonn absolvierte er ein Schauspielstudium an der Nationalen Universität für Theater, Film und Fernsehen in Kyjiw. Seit 2014 lebt er wieder in seiner zweiten Heimat Deutschland, in Berlin. Seit 2018 ist Anton staatlich geprüfter Dolmetscher für die ukrainische Sprache. Bisher übersetzte er Dialoge für verschiedene ukrainische Film/Fernsehproduktionen und Serien für deutsche Privatsender und das ZDF. Übersetzungen von Auftragsstücken entstanden am Zoloti Vorota Theater in Kyjiw, der Berliner Schaubühne, den Münchner Kammerspielen, Nationaltheater Mannheim, Hans-Otto-Theater Potsdam, Junges Theater Bonn, Theater Magdeburg, dem Düsseldorfer Schauspielhaus und dem Schauspielhaus Zürich. Seit 2020 ist Sebastian Anton Mitglied der Prüfungskommission für Ukrainisch am Landesministerium für Schule und Bildung Leipzig.
Anna Kolomiitseva wurde 1986 in Charkiw geboren. Sie studierte an der Nationalen Universität Charkiw Germanistik und Übersetzung und arbeitete dort auch als Dozentin. Seit 2011 ist sie freiberufliche Übersetzerin und arbeitet als Konferenzdolmetscherin für Ukrainisch, Deutsch und Englisch. In Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ist Anna Kolomiitseva im April 2022 nach Berlin geflüchtet, wo sie aktuell lebt. Anna Kolomiitseva ist zudem als Autorin tätig, u.a. für den MDR, ihr Kriegstagebuch wurde in der Zeitung Die Presse veröffentlicht. 2025 werden ihre Novellen in einem ukrainischen Verlag publiziert.

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